lüften
lüften (Verb) bedeutet: (trans., intrans.) dem Innenraum eines Gebäudes, einer Wohnung, eines Zimmers, auch eines Fahrzeugs oder dergleichen Frischluft zu- oder abführen (indem die Fenster geöffnet werden, mithilfe von Durchzug oder dergleichen). Häufige Synonyme sind stecken, verraten, auspacken.
Bedeutung
- (trans., intrans.) dem Innenraum eines Gebäudes, einer Wohnung, eines Zimmers, auch eines Fahrzeugs oder dergleichen Frischluft zu- oder abführen (indem die Fenster geöffnet werden, mithilfe von Durchzug oder dergleichen)
- (trans.) etwas frischer Luft aussetzen, meist um Gerüche zu entfernen oder der Bildung von Schimmel vorzubeugen
- (trans.) etwas leicht und/oder kurz nach oben oder von der Stelle, an der es sich befindet, bewegen
- (refl., landsch.) aus dem Liegen, Sitzen oder Hocken hochkommen
- (trans.) etwas nicht länger bestehen lassen, an etwas nicht länger festhalten; etwas bekanntgeben, bekanntmachen, das vorher geheim oder verborgen war
- (trans., ugs., vatd.) jemanden hartnäckig zu etwas zu bewegen suchen, jemanden lästig bedrängen, jemanden schikanierend hin und her hetzen; jemanden (auch mit Schlägen) abstrafen
- (trans., ugs., scherzh.) jemanden ins Freie führen, spazieren führen; jemanden zum Ausgehen einladen, vergnügungshalber ausführen
- (trans., landsch., scherzh.) (den Hund) Gassi führen, (mit dem Hund) Gassi gehen
Beispielsätze
- Es ist so stickig hier in der Wohnung, kannst du bitte ein Fester öffnen und lüften?
- „An der Wand paar Heiligenbilder und Photographien von Soldaten, nicht einmal gelüftet war worden, offenbar hoffte man, der neue Gast werde nicht lange bleiben, und tat nichts dazu, ihn zu halten.“
- „Ja. Sperrt doch mal die Fenster auf. Lüftet doch mal. Man hält es nicht mehr aus…“
- „Aber was heißt gepflegt, sie hat den Tisch mit dem Essen so hingeschoben, daß man sich selber was nehmen konnte, von Zeit zu Zeit den Aschenbecher ausgeschüttet und das Zimmer gelüftet, das Bett am Morgen glattgestrichen, ansonsten gesagt: ‚Und wenn Ihr noch etwas braucht, Reb Heym, dann ruft mich, ich lasse mein Fenster offen.‘“
- bildlich: „Er würde dort stundenlang Spazierengehen, um seine empfindlichen Bronchien zu lüften, und abends im Hotelbett ein paar Kriminalromane lesen, was er lange nicht mehr getan hatte und was jetzt, während er daran dachte, alle anderen Vorstellungen verdeckte.“
- „Doch da der Küchenabzug kaum benutzt werden konnte, weil man sonst Gefahr lief, die Gerüche des ganzen Seitenstranges in der Wohnung zu haben, wurde die Küche meist über das Wohnzimmerfenster gelüftet.“
Synonyme für lüften
Konjugation
| Präsens_ich | lüfte |
|---|---|
| Präsens_du | lüftest |
| Präsens_er, sie, es | lüftet |
| Präteritum_ich | lüftete |
| Partizip II | gelüftet |
| Konjunktiv II_ich | lüftete |
| Imperativ Singular | lüfte |
| Imperativ Plural | lüftet |
| Hilfsverb | haben |
Wortfeld
Unterbegriffe
Redewendungen und typische Verbindungen
- das Bullauge lüften
- den Arsch lüften
- jemandem den Arsch lüften
- jemandem die Lunge lüften
- den Hintern lüften
- den Keller, den Raum, die Wohnung, das Zimmer (gründlich) lüften
- das Bettzeug lüften, die Betten lüften; den Mantel auf dem Balkon lüften, riechende Kleidungsstücke lüften
- den Deckel lüften, den Topfdeckel lüften; den Schleier lüften, den Vorhang lüften; den Hut (zum Gruß) lüften
- sich nach dem Essen lüften dürfen
Herkunft
Bei dem Verb handelt es sich um eine bereits im Mittelhochdeutschen belegte Ableitung zum Substantiv Luft, das sich etymologisch vergleichen lässt mit mittelniederdeutschem , mittelniederländischem ' in die Höhe heben, Ab 1870 ist dann auch die siebente Bedeutung bezeugt und ab 1900 die neunte (vergleiche veraltetes, umgangssprachliches luxemburgisches ' ‚entlassen, feuern, kündigen‘). vergleichen.
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Reime auf lüften
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