Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

petzen

Verb[ˈpɛt͡sn̩]pet · zenSeltenes Wort · Rang 27.163
Kurz erklärt

petzen (Verb) bedeutet: (intrans., trans., schülersprachlich, und, familiär, abwertend) (vornehmlich einer Lehrperson, den Eltern oder ähnlichen Autoritätspersonen) wissen lassen, dass jemand Anderer etwas unerlaubt, unrechtmäßig oder dergleichen getan hat. Häufige Synonyme sind melden, verraten, weitergeben.

Bedeutung als Verb

  1. (intrans., trans., schülersprachlich, und, familiär, abwertend) (vornehmlich einer Lehrperson, den Eltern oder ähnlichen Autoritätspersonen) wissen lassen, dass jemand Anderer etwas unerlaubt, unrechtmäßig oder dergleichen getan hat
  2. (trans., ugs.) ein (alkoholisches) Getränk trinken; intransitiv: sich betrinken

Beispielsätze

  • „Mein Karl äußerte, die Franzosen wären an und für sich gar nicht so übel, bloß ihre Zeitungen taugten nichts, die hetzten und petzten und redeten ihrem nationalen Anmaßungsklapps zu Gefallen, woran sie alle mehr oder weniger litten.“
  • „Ich klatsche und petze sonst wahrhaftig nicht; aber ich war so empört, daß ich es Professor R. sagen mußte, als wir ihn nach der Schule bis zur äußeren Parkpforte begleiteten und er mich, wie gewöhnlich, an seine Seite gerufen hatte.“
  • „Am liebsten wäre er zum Hauptmann gegangen und hätte ihm nachträglich alles gepetzt – aber das wagte er nicht, vor uns; dazu war er zu feige.“
  • „Wenn also an den jüngsten Vorwürfen gegen Markenartikler und Händler etwas dran ist, lautet die spannende Frage: Wer petzte als Erster?“
  • „‚Kinder müssen sich darüber klar werden, dass sie nicht petzen, wenn sie sich Hilfe holen‘, sagte Weyers in der Diskussionsrunde mit dem Publikum.“
  • Petz den Schoppen noch ab!

Bedeutung als Verb

  1. (transitiv, westmitteldeutsch, ugs.) kneifen, zwicken, Haut mit den Fingern zusammendrücken
  2. (intransitiv, übertragen, ugs.) betteln

Beispielsätze

  • „Während wir uns abmühten, alles recht und ordentlich zu machen, wurde der Kinderspektakel auf dem Hausgang größer und größer. »Mama,« hörte man lamentieren, »mich hat der Otto ins Bein gepetzt.« »Der Rudolf hat mir in die Nas gebissen.« »Und die Luise hat mein Ohr gezaust.« »Ach Gott, Mama, dem Franz hängt am heiligen Abend der Hintere aus der Hose heraus.«“

Synonyme für petzen

meldenverratenweitergebendenunzierenkneifenzwickenanschwärzenzutragenverpetzenanscheißenverpfeifendenigrieren

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Gegenteil

hinnehmen, schlucken, schweigen

Konjugation

Präsens_ichpetze
Präsens_dupetzt
Präsens_er, sie, espetzt
Präteritum_ichpetzte
Partizip IIgepetzt
Konjunktiv II_ichpetzte
Imperativ Singularpetz
Imperativ Pluralpetzt
Hilfsverbhaben

Wortfeld

Oberbegriffe

melden, mitteilentrinken

Unterbegriffe

verpetzenabpetzen

Redewendungen und typische Verbindungen

  • jemandem etwas petzen; petzen gehen
  • einen Schoppen petzen; einen petzen; petzen gehen

Herkunft

Das Wort ist seit dem 18. Jahrhundert bezeugt. Seine Herkunft ist umstritten. *Laut Kluge ist es am ehesten zum niederdeutschen Verb ' „beschuldigen; petzen“ gehörig. Dieses wiederum entstammt mit falscher Umsetzung in eine mitteldeutsche Form aus mittellateinisch .

Aussprache üben

Hör dir das Wort an, sprich es nach und lass den Browser prüfen, ob es erkannt wird. Die Spracherkennung läuft lokal auf deinem Gerät, es wird nichts hochgeladen.

Reime auf petzen

Alle Reime →

Wie häufig ist „petzen“?

Rang 27.163 von 29.873 Wörtern im Korpus, Zipf-Wert 2,57. Ein eher seltenes Wort, das in Fachtexten, Literatur oder gehobener Sprache vorkommt. Teste, wie groß dein eigener Wortschatz ist.

Wörter in der Nähe

Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.