entbehren
entbehren (Verb) bedeutet: (trans., gehoben) das Nichtvorhandensein einer Person beziehungsweise einer Sache als persönlichen Mangel empfindend erdulden müssen. Häufige Synonyme sind fehlen, vermissen, missen.
Bedeutung
- (trans., gehoben) das Nichtvorhandensein einer Person beziehungsweise einer Sache als persönlichen Mangel empfindend erdulden müssen
- (trans.) nicht länger auf jemanden beziehungsweise etwas bestehen; ohne jemand beziehungsweise etwas Bestimmtes zurechtkommen
- (intrans., geh., mG) etwas für notwendig, vorteilhaft, passend, angenehm Erachtetes als fehlend, mangelnd empfinden; nicht besitzen
Beispielsätze
- „Ich entbehre es sehr, mich über diese und tausend andere Fragen nicht mehr mit Ihnen, lieber Freund, aussprechen zu können.“
- „Käthe, die seit Wochen dieses Lebensbedürfnis entbehren mußte, und nur den Geruch von Seife, Spülich oder Faßbutter gewöhnt war, fühlte sich jetzt wie berauscht, gleich einer Gefangenen, die plötzlich die Freiheit wieder erlangt.“
- „Das Fräulein war inzwischen in eine Seitengasse eingebogen, aber K. konnte sie schon entbehren und überließ sich seinen Begleitern.“
- „Das ist so unendlich unfruchtbar, zu glauben, man könne die negative Tätigkeit des Niederreißens entbehren, wenn man aufbauen will.“
- (auch ohne Objekt) Sie müssen entbehren lernen.
- „›Tannhäuser seid willkommen hier, / Hab euer lang entbohren, / Seid mir willkommen, lieber Herr, / Zum Buhler auserkoren.‹“
Synonyme für entbehren
Gegenteil
Konjugation
| Präsens_ich | entbehre |
|---|---|
| Präsens_du | entbehrst |
| Präsens_du* | entbiehrst |
| Präsens_er, sie, es | entbehrt |
| Präsens_er, sie, es* | entbiehrt |
| Präteritum_ich | entbehrte |
| Präteritum_ich* | entbahr |
| Partizip II | entbehrt |
| Partizip II* | entbohren |
| Konjunktiv II_ich | entbehrte |
| Konjunktiv II_ich* | entbähre |
| Imperativ Singular | entbehre |
| Imperativ Singular* | entbiehr |
| Imperativ Singular** | entbiehre |
| Imperativ Plural | entbehrt |
| Hilfsverb | haben |
Wortfeld
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Redewendungen und typische Verbindungen
- gern entbehren, leicht entbehren, ungern entbehren
- [1–3] ganz und gar entbehren, kaum entbehren, viel entbehren
- jeder / jeglicher Grundlage / Logik / Plausibilität / Rechtfertigung / Sachkenntnis [...] entbehren
- floskelhaft: nicht der Komik entbehren, nicht einer gewissen Komik / Ironie entbehren
Herkunft
bezeugt im Mittelhochdeutschen enbern, welches dem Althochdeutschen inberan „nicht (an, bei, mit sich) tragen, bringen“ entstammt und seinerseits die verneinte Verbform von althochdeutsch beran „tragen, bringen“ darstellt (vergleiche englisch to , deutsch gebären; siehe auch niedersächsisch bören „heben“); das althochdeutsche Verb erfuhr im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel von „nicht tragen“ über „nicht haben“ zu „ermangeln“; die verbale Negation wandelte sich nachträglich zur Präfixform ent-; in nachmittelhochdeutscher Zeit wich die starke Flexion der schwachen; etymologisch verwandt mit niederländisch ontberen, schwedisch umbära, undvara, dänisch undvære, norwegisch unnvære
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Reime auf entbehren
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