Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

das Schmalz

Substantiv, neutrum[ʃmalt͡s]SchmalzSeltenes Wort · Rang 15.275
Kurz erklärt

Schmalz (Substantiv) bedeutet: streichfähiges, ausgelassenes tierisches Fett (besonders von Schweinen und Gänsen; früher auch von Hühnern und Hunden). Häufige Synonyme sind Fett, Butter, Speck.

Bedeutung als Substantiv (das)

  1. streichfähiges, ausgelassenes tierisches Fett (besonders von Schweinen und Gänsen; früher auch von Hühnern und Hunden)
  2. (landsch., besonders, oberdeutsch) gelbe ausgelassene Butter
  3. (landsch., besonders, oberdeutsch, mundartlich) aus Milch (vor allem Kuhmilch) gewonnenes weißes bis gelbliches, streichfähiges Speisefett bestehend aus mindestens 80 % Milchfett und zirka 18 % Wasser, dem weitere Inhaltsstoffe (zum Beispiel: Kochsalz, amtlich zugelassene [pflanzliche] Farbstoffe) zugesetzt sein können, und das besonders als Brotaufstrich verwendet wird
  4. (Jägersprache) Körperfett des Dachses und Murmeltieres
  5. (ugs., besonders, oberdeutsch) körperliche Stärke, geistiges Vermögen

Beispielsätze

  • Krapfen werden in viel heißem Schmalz ausgebacken.
  • Schmalz wurde früher auch häufig als Schmiermittel eingesetzt.
  • „Man schrieb den 12. April 1952. Bei den 600 Tonnen Schmalz, deren Fettsäuregehalt dem Veterinärrat in die empfindliche Nase stieg, handelte es sich um bundeseigene Vorräte. Das Schmalz stammte aus der ‚eisernen Reserve‘ Westberlins, die für den X-Fall einer neuen Blockade auf Lager gehalten werden muß. Da die Blockade nicht kam, verdarb das Schmalz in Berlin, weil die Sowjets die Transitgenehmigung für den Abtransport des Schmalzes zum schnellen Verbrauch nach Westdeutschland hinauszögerten.“
  • „Im Restaurant setzt sich Anneliese begeistert an den gedeckten Tisch, und wir fangen hungrig damit an, winzige Weißbrotscheiben mit gewürztem Schmalz zu bestreichen.“
  • „Ein Fleischer aus Weiz macht aus den Kremsmünster Schweinen Beinschinken und Lardo, luftgetrocknete Salami und Chorizo, aber auch Schmalze und Aufstriche.“
  • „Die gesamte Fettration in diesem Monat, einschließlich jeder Art von Butter, Schweineschmalz, sonstigem Schmalz oder was auch immer, war fünfundsiebzig Gramm, was etwa zwölf Unzen entspricht.“

Bedeutung als Substantiv (der)

  1. (ugs., abw.) (als übertrieben empfundene) Betonung des Gefühls, des Sentimentalen; allzu große Gefühligkeit
  2. (ugs., abw.) etwas, das (übertrieben) gefühlvoll, sentimental, rührselig ist
  3. (Österr.) (gerichtlich verhängte) Bestrafung für illegales Handeln; mehrjährige Strafe des Freiheitsentzugs
  4. (Österr., reg., (Wien)) Drall, der einer Billardkugel beim Stoßen durch seitliches Anschneiden verliehen wird

Beispielsätze

  • Mir kommen fast die Tränen bei so viel Schmalz.
  • „Wie zu erwarten, hat der Film an Unterhaltung aber auch alles zu bieten: Tanz, hübsche Lieder, mexikanische Feste, Stierkampf und eine gehörige Portion amerikanischen Schmalzes.“

Synonyme für Schmalz

FettButterSpeckAnkeMuskelkraftTalgKörperkraftSchmerRührseligkeitTierfettFlumenStreichfett(schweiz.) südwestdeutsch: SchmutzButterschmalz, Schmalzbutter

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Deklination

Nominativ SingularSchmalz
Genitiv SingularSchmalzes
Dativ SingularSchmalz
Akkusativ SingularSchmalz
Nominativ PluralSchmalze
Genitiv PluralSchmalze
Dativ PluralSchmalzen
Akkusativ PluralSchmalze

Wortfeld

Oberbegriffe

[1–4] FettFähigkeit

Unterbegriffe

Gänseschmalz, Griebenschmalz, SchweineschmalzGehirnschmalz / Hirnschmalz

Redewendungen und typische Verbindungen

  • wer sagt denn, dass der Löwe kein Schmalz frisst
  • Schmalz aufs Brot schmieren
  • [1–3] Schmalz auslassen
  • mit Schmalz backen, braten, kochen
  • Schmalz in den Knochen haben

Herkunft

Das Wort in seiner Grundbedeutung geht über mittelhochdeutsches ' auf das seit dem 9. Jahrhundert bezeugte gleichlautende althochdeutsche ' zurück. Zusammen mit mittelniederdeutschem , und mittelniederländischem ' sowie niederländischem ' liegt jenen Formen ein (erschlossenes) germanisches *smalta- zugrunde, das zusammen mit seiner ablautenden Nebenform *smulta- (vergleiche altenglisches ' und veraltet schwedisches ') eine Substantivbildung zu dem unter schmelzen behandelten Verb ist. Die 5. Bedeutung ist im Sinne von ‚Körper-, Muskelkraft‘ oberdeutsch bereits seit 1500 bezeugt und wurde ab 1900 dann auch auf die Geisteskraft übertragen.

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.