der Wimpel
Wimpel (Substantiv) bedeutet: kleine Fahne in zumeist dreieckiger Form oder auch in Form eines länglichen Trapezes. Häufige Synonyme sind Stander.
Bedeutung
- kleine Fahne in zumeist dreieckiger Form oder auch in Form eines länglichen Trapezes
- Seemannssprache: Signalflagge, die unter Umständen lang und schmal geformt und schwalbenschwanzartig gespalten ist und auf der Spitze des großen Masts befestigt wird
- breites, aus Leinen gefertigtes Brusttuch, das Nonnen tragen
- das oberste Blatt einer Schmetterlingsblüte
- Dichtersprache: leichte Wolke, leichter Zweig oder Ähnliches
- (Bedva.) Tuch, Schleier, Binde
- (Bedva.) jede Art von Fahne (im Gegensatz zu [1], [2] und [8])
- (Bedva.) Wetterfahne
Beispielsätze
- Tobias hat einen orangefarbenen Wimpel für sein Fahrrad geschenkt bekommen.
- „Wir hören Fanfaren und Blasinstrumente, keine hundert Meter weiter wehen bunte Wimpel.“
- Am Topp des großen Mastes flattert der neue Wimpel im Wind.
- Die Äbtissin braucht einen neuen Wimpel.
- „Fahre hinauf, du kristallener Wagen
- Klingender Morgen, so frisch und so klar!
Synonyme für Wimpel
Deklination
| Nominativ Singular 1 | Wimpel |
|---|---|
| Nominativ Singular 2 | Wimpel |
| Nominativ Singular 3 | Wimpel |
| Nominativ Plural 1 | Wimpel |
| Nominativ Plural 2 | Wimpeln |
| Genitiv Singular 1 | Wimpels |
| Genitiv Singular 2 | Wimpels |
| Genitiv Singular 3 | Wimpel |
| Genitiv Plural 1 | Wimpel |
| Genitiv Plural 2 | Wimpeln |
| Dativ Singular 1 | Wimpel |
| Dativ Singular 2 | Wimpel |
| Dativ Singular 3 | Wimpel |
| Dativ Plural 1 | Wimpeln |
| Dativ Plural 2 | Wimpeln |
| Akkusativ Singular 1 | Wimpel |
| Akkusativ Singular 2 | Wimpel |
| Akkusativ Singular 3 | Wimpel |
| Akkusativ Plural 1 | Wimpel |
| Akkusativ Plural 2 | Wimpeln |
Wortfeld
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Herkunft
Zur Etymologie von Wimpel gibt es verschiedene Ansätze: Einmal soll das Wort über das mittelhochdeutsche wimpel oder winpel (Kopftuch, Stirnbinde), das im Spätmittelhochdeutschen für ‚Fähnlein‘ und ‚Banner‘ stand, auf das althochdeutsche wimpila (Schleier) zurückgehen. All diese Formen stammen aus dem Niederdeutschen. Gemeinsam mit den verwandten Formen – dem altsächsischen wimpal, dem mittelniederdeutschen wimpel und wumpel (als Kopfbedeckung dienender Schleier, lange Fahne, Banner), dem mittelniederländischen wimpel und winpel (Tuch, Kopftuch, Fahne), dem niederländischen , dem altenglischen ' (Tuch, Schleier) und dem englischen ' (Schleier der Nonnen) – lässt sich Wimpel auf das indoeuropäische *ṷimb- zurückführen, bei dem es sich um die nasalierte schwundstufige Form des indoeuropäischen *ṷeib- (drehen, sich schwingend bewegen) handelt.Eine andere Meinung wird von Harri Meier vertreten: Er geht davon aus, dass Wimpel aus dem vulgärlateinischen *cō-īnfula, einer Bildung zum lateinischen ' (Kopfbinde), entstanden sei. Weil bei Wimpel von der Anfangsbedeutung ‚Kopftuch‘ auszugehen ist, besteht semantisch eine enge Verwandtschaft mit den Vorformen von Weib, die ebenfalls mit Verhüllen und Umhüllen in Verbindung gebracht werden. Die heute übliche Verwendung von Wimpel im Sinne von ‚Schiffsflagge‘ hat sich im niederdeutsch-niederländischen Gebiet zu Zeiten der Hanse entwickelt und gelangte in der Mitte des 15. Jahrhunderts ins Frühneuhochdeutsche.Wimpel war von alters her insbesondere in Nordwestdeutschland gebräuchlich, während dieses Wort der oberdeutschen Sprache fremd war, in der auf Fähnlein oder Windfahne zurückgegriffen wurde. Dies änderte sich im 18. Jahrhundert, als das niederdeutsche Wimpel auch dort Einzug hielt.
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