Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

der Rodel

Substantiv, maskulin[ˈʁoːdl̩]Ro · delSeltenes Wort · Rang 29.225
Kurz erklärt

Rodel (Substantiv) bedeutet: (Bayern, Österreich) antriebsloses Schneefahrzeug auf Kufen zur Bergabfahrt. Häufige Synonyme sind Rödel, Kirchenbuch, Bürgerbuch.

Bedeutung als Substantiv (der)

  1. (Bayern, Österreich) antriebsloses Schneefahrzeug auf Kufen zur Bergabfahrt
  2. (va.) kurzer Stock zum Abstreifen der am Pflugbrett hängenden Erde

Beispielsätze

  • „Jeder sollte außerdem vor der Abfahrt wissen, wie er richtig auf dem Rodel sitzt und möglichst schnell bremsen oder ausweichen kann.“

Bedeutung als Substantiv (der)

  1. (Schweiz, Südwestdeutschland) Verzeichnis, Aufstellung, Liste
  2. (Schweiz, Südwestdeutschland, katholische Kirche) zylinderförmig aufgerollte dünne Wachskerze

Beispielsätze

  • „Der Zunftschreiber führt die gesamte Korrespondenz der Zunft im Auftrag des Zunftmeisters sowie die Protokolle der Hauptbotts. Er verschickt die Einladungen für sämtliche Zunftanlässe, ist für den Druck von Satzungen und Rodel besorgt, führt das Adressverzeichnis (Rodel) der Zunft, die Anwesenheitslisten und das Organigramm. Er wird im Verhinderungsfall durch den Protokollführer vertreten.“
  • „Im Bürgerarchiv der Bürgergemeinde Sirnach sind historische Akten der Gemeinde Sirnach und Busswil archiviert, darunter Pläne, Urkunden, Rödel, Verträge, Protokolle und viele weitere Akten.“
  • „Hinweis zur Führung der Kirchenrodel (S[ynodal]R[ats]-Beschluss): In den Rodel werden Amtshandlungen der Kirchgemeinde festgehalten: Taufen, Konfirmationen, kirchliche Trauungen und kirchliche Bestattungen.“
  • „Es war für die Gewinnung bestimmter methodischer Grundsätze und neuer Gesichtspunkte zur Interpretation der Urbare erforderlich, eine goße [sic!] Zahl von Urbaren und Rödeln durchzuarbeiten.“
  • „Dieser Rodel soll beim Ausladen des Schiffes dem Sustmeister in Walenstadt vorgewiesen, von letzterem nach Richtigbefinden der Waare unterschrieben und dem Einzähler in Zürich wieder zugeschikt werden.“
  • „Der Gantmeister soll jedes an der Steigerung auf ein ausgerufenes Stück gethane Angebot, in einen dazu bestimmten Rodel eintragen.“

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. antriebsloses Schneefahrzeug auf Kufen zur Bergabfahrt
  2. Kinderklapper, die rasselnde Geräusche macht, wenn man sie hin- und herbewegt
  3. zweirädriges Gerät zur Beförderung von Lasten, (wie Säcke, Getränkekisten, Kartons)

Beispielsätze

  • „Die Rodeln wurden ‚mit Hilfe eines elektrischen Motors zur Höhe hinaufgezogen.‘“
  • „Der kleine Drache setzt sich auf die Rodel und rodelt hinunter.“
  • Eine einfache Rodel ist die mit Steinchen gefüllte Blechbüchse.
  • „[…]; auf die Rampe selbst kann mit keinem Wagen, sondern nur mit sogenannten Rodeln gefahren werden.“
  • „1963 rutschte L. beim Aufladen einer ungefähr 160 kg schweren Kiste auf eine Rodel mit der rechten Hand ab und verriß sich dabei das linke Kniegelenk.“
  • „Nur, auf die Rodel hatte er ein höchst kompliziertes Rechengerät geladen, dessen Wert die dreißigtausend Schilling schon überstieg.“

Synonyme für Rodel

RödelKirchenbuchBürgerbuchKirchen-MatrikenRodelschlittenRotulusKirchenmatrikelBürgeraufnahmebuchBürgerprotokollBürgerrolleSchlitten, Rodelschlitten

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Deklination

Nominativ SingularRodel
Nominativ PluralRodel
Genitiv SingularRodels
Genitiv PluralRodel
Dativ SingularRodel
Dativ PluralRodeln
Akkusativ SingularRodel
Akkusativ PluralRodel

Herkunft

ursprünglich bairisches Wort, Herkunft unbekannt vom Deutschen Wörterbuch in einen Zusammenhang mit Reute „ausgereutetes Stück Land“ gestellt und damit nicht verwandt mit Bedeutung 1

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.