das Ried
Ried (Substantiv) bedeutet: Botanik, Pflanzensoziologie: Vegetationsbestand, der vorherrschend aus Sauergrasgewächsen (Cyperaceae) und Binsengewächsen (Juncaceae), vornehmlich Binsen (Juncus) und Seggen (Carex), besteht. Häufige Synonyme sind Schilf, Schilfrohr, Reet.
Bedeutung als Substantiv (das)
- Botanik, Pflanzensoziologie: Vegetationsbestand, der vorherrschend aus Sauergrasgewächsen (Cyperaceae) und Binsengewächsen (Juncaceae), vornehmlich Binsen (Juncus) und Seggen (Carex), besteht
- Botanik, niederdeutsch: das Schilfgras, das später als Reet zum Häuserdecken dient
- Botanik, süddeutsch: Biotop im Flachwasser- und Uferrandbereich von Gewässern, Dickicht aus großwüchsigen, schilfartigen Pflanzen wie Schilfrohr (Phragmites australis, Phragmites communis), Rohrkolben (Typha spec.), Igelkolben (Sparganium spec.), Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea) und Wasser-Schaden (Glyceria maxima); weiterhin aus Kalmus (Acorus calamus), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Schwanenblume (Butomus umbellatus), Froschlöffel (Alisma spec.) und aus weiteren Arten
- Botanik: abgeschnittene, getrocknete Schilfstengel, die zum Dachdecken dienen
- Botanik, veraltet: das einzelne abgeschnittene, getrocknete Schilfrohr für Verwendung als Stab (beispielsweise als Zeigestab in Schulen), Rute (zur Züchtigung), Schreibfeder
- Botanik, veraltet: das einzelne abgeschnittene, getrocknete Schilfrohr für Verwendung als Flöte
- Botanik, Weberei, veraltet: einzelnes aus Schilfröhricht gefertigtes Stäbchen, das Bestandteil des Weberkamms war; später auch kollektiv für die Gesamtheit der Stäbchen, dann auf den Kamm selbst bezogen
- Botanik, süddeutsch, mitteldeutsch, übertragene Sinne zu 1–3): feuchter Boden, auf dem das Ried[1–3] wächst
Beispielsätze
- Auf dem ehemals sandigen Ufer formte das vorgedrungene Ried ein Riedbett; das so entstandene Ufer nennt sich Riedufer. Es färbt sich im Winter gelb.
- Im Ried verstecken sich Wildenten.
- Auch für Zugvögel ist das Ried attraktiv, im Herbst landen hier bis zu 50 000 Vögel auf dem Weg nach Afrika. Sie fressen sich zwischen Schilf und See Fettreserven an, damit sie gut über die Alpen kommen.
- Unter „weicher Dachung“ versteht man die teilweise oder vollständige Dacheindeckung mit Holz, Ried, Schilf, Stroh oder Ähnlichem.
Bedeutung als Substantiv (das)
- (Süddeutschland, Österreich, sonst, veraltet) gerodete Gehölze oder Buschwerk
- (Süddeutschland, Österreich, sonst, veraltet) gerodetes Stück Land
Beispielsätze
- Heute Abend werden wir das Ried verbrennen.
- Was wirst Du auf dem Ried anbauen?
Bedeutung als Substantiv (die)
- (veraltet) durch die Spaltung des Rückgrates eines Ochsen gewonnenes Fleisch
- (Österreich, sonst, veraltet) Rippenstück eines Ochsen
Beispielsätze
- Am Sonntag gibt es bei uns Ried.
Synonyme für Ried
Deklination
| Nominativ Singular | Ried |
|---|---|
| Nominativ Plural | Riede |
| Genitiv Singular | Riedes |
| Genitiv Singular* | Rieds |
| Genitiv Plural | Riede |
| Dativ Singular | Ried |
| Dativ Singular* | Riede |
| Dativ Plural | Rieden |
| Akkusativ Singular | Ried |
| Akkusativ Plural | Riede |
Wortfeld
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Redewendungen und typische Verbindungen
- [1–3] rauschendes Ried, vom Wind gepeitschtes Ried
- gefrorenes Ried, in ein Ried geraten
Herkunft
[1–10] gemeingermanischen Ursprungs *hreuða-; bezeugt im Gotischen hriud, im Althochdeutschen hriot, riot, im Mittelhochdeutschen riet; etymologisch verwandt mit altnordfriesisch ried, altfriesisch reyd, angelsächsisch hreod, mittelniederdeutsch und neuniederdeutsch rēt, reit, niederländisch riet "Schilf" und englisch reed siehe Ried[II]
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Reime auf Ried
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