ob
ob (Konjunktion) bedeutet: leitet indirekte Fragesätze sowie Ungewissheit, Zweifel oder dergleichen ausdrückende Nebensätze ein (in Form von Subjekt-, Objekt- und Attributsätzen). Häufige Synonyme sind aus, durch, wegen.
Bedeutung als Konjunktion
- leitet indirekte Fragesätze sowie Ungewissheit, Zweifel oder dergleichen ausdrückende Nebensätze ein (in Form von Subjekt-, Objekt- und Attributsätzen)
- (vatd., bis, va., konditional) auch / selbst / sogar unter der Bedingung, Voraussetzung, dass… ; auch / selbst / sogar für den Fall, dass…
- (vatd., bis, va., konzessiv) ungeachtet der Tatsache, dass… ; wenn auch…
- () verbindet in der Regel zwei, seltener auch mehr als zwei Möglichkeiten, die für das Hauptgeschehen jedoch belanglos sind – im Sinne von: kann, mag sein (dass) … oder (dass), sei es (dass) … sei es (dass), sei es (dass) … oder (dass)
- () es gehe, handele sich um … oder um, sei es … sei es, sei es … oder
Beispielsätze
- Fragesatz: Er wollte wissen, ob wir einen Hund besitzen.
- Subjektsatz: Ob er kommt, ist unklar.
- Objektsatz: Sie fragte sich, ob er sie noch kennt.
- Attributsatz: Die Ungewissheit, ob sie jemals wieder vollständig genesen wird, beunruhigte uns.
- „Oft aber auch machte der Wein sie müde und verzweifelt, und dann kämpfte sie einen verschieden ausgehenden Kampf, ob sie bleiben und unter seinen Augen leiden oder sich zurückziehen und in der Einsamkeit um ihn weinen sollte.“
- „Der Präsident kommt nie nach halb neun. Ob du ihn mal anrufst?“
Bedeutung als Präposition
- (kausal, PräpmG, sowie, zumeist, selten, Dativ) begründet, veranlasst durch
- (lokal, Dativ) weiter oben (als das Vergleichsobjekt) befindlich
- (temporal, va.) drückt aus, dass ein Vorgang gleichzeitig zu einem anderen abläuft
Beispielsätze
- „Ob solch unmönchischen Verhaltens zur Rede gestellt, antwortete er, dies sei der beste Weg, des Menschen Herz zu studieren.“
- „Ließ er sich zu einem Ausbruch hinreißen – egal, ob des Ärgers oder der Freude –, überfiel ihn danach meistens eine geradezu panische Schwermut.“
- „Ob des erlittenen Schreckens nahm Frau Mondtraut Abstand davon, weiter hinaufzugehen.“
- «Sonder krümmte sich ob des stechenden Schmerzes in seiner Seite.»
- „Auch Janko Ferk, ein gediegener Autobahnbenützer mitteleuropäischen Zuschnitts, war kaum zu beruhigen ob des geschlichenen Tempos, das er eine Woche lang in seinem Mietauto schon auszuhalten gehabt hatte.“
- „Diese waren auch nötig, vor allem wegen der Ratlosigkeit, die sich ob des zukünftigen Namens bei allen einstellte.“
Synonyme für ob
Redewendungen und typische Verbindungen
- als ob [Antwortpartikel]
- und ob [Antwortpartikel, Interjektion]
Herkunft
Die Konjunktion geht über die mittelhochdeutschen Formen , und ' (frühmittelhochdeutsch auch ') ‚ob; wenn (auch)‘ auf die seit dem 8. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche Form ' sowie auf spätere (entweder durch Veränderung und Umstellung der Vokale oder auf einer anderen Grundform beruhenden) Varianten wie , , und ' zurück. All diese Formen lassen sich etymologisch vergleichen mit altsächsischem ' und , mittelniederdeutschem , sowie (durch Vermischung mit den mittelniederdeutschen Formen für oder) / und / ‚ob; wenn‘, altniederfränkischem ' ‚wenn‘, mittelniederländischem ' und ' ‚ob; wenn (auch)‘, niederländischem ' ‚ob; als‘, altfriesischem / , , / und ' ‚wenn‘, altenglischem , englischem ' ‚ob; wenn (auch)‘, altnordischem ' und ' ‚wenn‘ sowie gotischem , ‚ob denn, etwa, wohl, dass nicht‘. Die im Germanischen bezeugten Verwendungen scheinen auf eine den Zustand der Ungewissheit kennzeichnenden Partikel schließen zu lassen, deren Herleitung jedoch unklar bleibt. Der Wortanfang lässt wahrscheinlich den (erschlossenen) indoeuropäischen Pronominalstamm *e-, *i- (mit ursprünglich demonstrativer Funktion; siehe , ) erkennen, doch weisen die westgermanischen Formen mit j-, i- und g-Anlaut, die gotischem ‚wenn‘ entsprechen, auf Einflüsse des (erschlossenen) indoeuropäischen Relativstamms *i̯o-. Der zweite, mit einem Labial beginnende Wortteil könnte wie enklitisches gotisches ‚wenn‘ zu awestischem ‚fürwahr‘, altgriechischem / ‚wie, gleichwie‘, armenischem und ‚gewiss, freilich‘, altslawischem ‚denn; nun; also‘ und litauischem ' ‚denn, ja‘ gestellt und an die (erschlossene) indoeuropäische Beteuerungs- und Hervorhebungspartikel *bhē̌, *bhō̌ angeschlossen werden, falls nicht (erschlossenes) indoeuropäisches *bhō(u) ‚beide‘ (zweites Glied von indoeuropäischem *ambhō(u); siehe ') zugrunde liegt.
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