Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

die Hefe

Substantiv, feminin[ˈheːfə]He · feTop 15.000 · Aufbauwortschatz
Kurz erklärt

Hefe (Substantiv) bedeutet: (Biologie, Mykologie) einzelliger Pilz (zumeist Saccharomycetaceae aber auch Pichiaceae und Incertae sedis), der sich sexuell und/oder asexuell zumeist durch Sprossung, aber auch durch Spaltung (Schizosaccharomycetaceae), vermehrt. Häufige Synonyme sind Gest, Germ, Bierhefe.

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. (Biologie, Mykologie) einzelliger Pilz (zumeist Saccharomycetaceae aber auch Pichiaceae und Incertae sedis), der sich sexuell und/oder asexuell zumeist durch Sprossung, aber auch durch Spaltung (Schizosaccharomycetaceae), vermehrt
  2. eine mit den unter [1] beschriebenen Pilzen durchsetzte Substanz, die verwendet wird als ein Gärprozess einleitendes Mittel bei der Herstellung bestimmter (alkoholischer) Getränke und als dem Teig beigegebener Stoff, der das Aufgehen/Treiben von Teig für bestimmte Backwaren bewirkt
  3. *ohne Plural; (übertr.) zu [2]
  4. abwertend: als übel, verkommen geltender Teil einer Bevölkerungsgruppe
  5. dasjenige Element, das etwas antreibt, beschleunigt, vorwärtstreibt

Beispielsätze

  • Blutende Baumstämme werden von Hefen besiedelt.
  • „Darüber hinaus soll mindestens je ein Beispiel für die Kultivierung von Bakterien, Hefen, Pilzen, tierischen Zellen und Mischkulturen vorgestellt werden.“
  • „Asporogene Hefen […] werden den mitosporenbildenden Pilzen […] zugeordnet. Im Gegensatz zu vielen Schimmelpilzen […] können Hefen unter anaeroben Bedingungen […] gären.“
  • Die Hefe trägt zum Geschmack des Weines bei.
  • [Alkohol] „entsteht durch die Vergärung von Kohlenhydraten mithilfe von Hefe.“
  • „Heute verstehen wir unter Bier ein vorwiegend aus Gerstenmalz und Hopfen unter Zuhilfenahme von Wasser und Hefe hergestelltes, zum Teil vergorenes und noch in schwacher Nachgärung befindliches Getränk, welches neben Alkohol und Kohlensäure als wesentliche Bestandteile eine nicht unwesentliche Menge unvergorener Extraktstoffe enthält.“

Bedeutung als Substantiv (das)

  1. ein naturtrübes Weizenbier

Beispielsätze

  • Noch zwei Hefe, bitte!
  • „»Ich wollte ein Jever.« Sie zeigt auf das Glas. »Das ist ein Hefe«, sagt Magnus.“
  • „Dazu wird im holzig-gemütlichen Ambiente passend auch Memminger helle Hefe oder Jarosover Schwarzbier ausgeschenkt und die charmant-schnoddrige ‚Berliner Schnauze‘ gibt’s von der Bedienung umsonst dazu.“

Synonyme für Hefe

GestGermBierhefeBäckerhefeBackhefeGärmittelGärungsstoffBärmeHefepilzNorddeutschland: BärmeSüdostdeutschland, Österreich: Germlandschaftlich, besonders Norddeutschland veraltend, Südafrika (KwaZulu-Natal) selten: GestSüdafrika (KwaZulu-Natal): Yeastveraltet und/oder noch landschaftlich: Berme, Gärm, Gäscht, Gäst, Gescht, Gischt, Gohre, Göhre, Jäscht, Jäst, Jest

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Deklination

Nominativ SingularHefe
Nominativ PluralHefen
Genitiv SingularHefe
Genitiv PluralHefen
Dativ SingularHefe
Dativ PluralHefen
Akkusativ SingularHefe
Akkusativ PluralHefen

Wortfeld

Oberbegriffe

PilzStoff, SubstanzGärmittel, TreibmittelLebensmittel, Nahrungsmittel

Unterbegriffe

Wildhefe, ZungenbelagFlüssighefe, Instanthefe, Nährhefe, Presshefe, TrockenhefeBackhefe (Frischbackhefe), Sauerteighefe, ZuckerhefeBierhefe, Oberhefe, Unterhefe, Weinhefe (→ Branntweinhefe)

Redewendungen und typische Verbindungen

  • asporogene/gärfähige/gärkräftige/gärschwache Hefe
  • Hefe ansetzen; dem Bier/Teig/Wein Hefe zusetzen
  • die Hefe der Gesellschaft/des Volkes
  • die Hefe des Fortschritts

Herkunft

Bei dem Wort handelt es sich um ein seit dem 11. Jahrhundert bezeugtes Erbwort, dessen mittelhochdeutsche Formen ' , ' und ' (vergleiche mittelniederländisch ') lauteten, wobei der Gebrauch als Maskulinum vereinzelt bis ins Neuhochdeutsche des 18. Jahrhunderts reichte. Diese mittelhochdeutschen Formen entstammen den althochdeutschen ' und ' (11. Jahrhundert) sowie ' , ' und ' (12. Jahrhundert), die alle letztlich auf eine (nicht bezeugte aber rekonstruierte) westgermanische Form *haf-jōn ‚Hefe‘, eigentlich ‚der Hebende‘, zurückgeführt werden. Dieser erschlossenen Form sollen ebenfalls altenglisches ' sowie die althochdeutschen Bildungen ' beziehungsweise ' ‚Hefe, Sauerteig‘ (siehe »Hebel«), ' , ' und ' / (siehe »Urheber«) zugrunde liegen. Da »Hefe« auch den bei der Gärung alkoholischer Getränke wie Wein und Bier entstehenden Schaum und Satz bezeichnet, wurde das Wort ab dem 15. Jahrhundert auch im Sinne von ‚Abschaum‘ und ab dem 16. Jahrhundert im Sinne von ‚Bodensatz‘ verwendet.

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.