Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

die Bremse

Substantiv, feminin[ˈbʁɛmzə]Brem · seTop 15.000 · Aufbauwortschatz
Kurz erklärt

Bremse (Substantiv) bedeutet: (Technik, Mechanik) Vorrichtung, die dazu dient, eine Bewegung zu verlangsamen oder anzuhalten. Häufige Synonyme sind Breme, Viehfliege, Tabanidae.

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. (Technik, Mechanik) Vorrichtung, die dazu dient, eine Bewegung zu verlangsamen oder anzuhalten
  2. (tlwva.) Klemme; Knebel; Schraube
  3. (tlwva., Veterinärmedizin) an Nase, Lippen oder Ohren eines (störrischen) Pferdes angebrachte Klemme, die dazu dient, dieses, besonders beim Beschlagen, zu bändigen
  4. (tlwva., Medizin) an der Harnröhre angebrachtes Kompressorium, das dazu dient, den Harn bei Inkontinenz zurückzuhalten
  5. (tlwva., Bergbau) starker Holzpfahl, der als Befestigungsanker für Sicherungsseile dient, mit denen schwere Baumaterialien in die Schächte abgelassen werden
  6. (tlwva., Mühlenwesen) Vorrichtung, die dazu dient, das Hauptrad zu verlangsamen oder anzuhalten
  7. (tlwva., Seilerei) ein um die Lehre[3] gewickeltes Seil aus Haaren, das dazu dient, gefertigte Seile und Taue beim Seilen zu glätten

Beispielsätze

  • „Dabei war die Fahrtschnelligkeit natürlich nicht immer die gleiche. Wenn auf einzelnen Plätzen infolge allzu großen Andrangs von den Seiten große Umstellungen vorgenommen werden mußten, stockten die ganzen Reihen und fuhren nur Schritt für Schritt, dann aber kam es auch wieder vor, daß für ein Weilchen alles blitzschnell vorbeijagte, bis es, wie von einer einzigen Bremse regiert, sich wieder besänftigte.“
  • „Weil der Rest der Welt im Namen der Bremse unterwegs ist, blüht in Deutschland der Autobahn-Tourismus.“
  • „Man hörte quietschende Bremsen, dann ein lautes dumpfes Geräusch wie beim Zusammenprall von Metall und Fleisch.“
  • „Der Zug wurde langsamer, die Bremsen quietschten, und mit einem fürchterlichen Ruck, der mich fast umwarf, blieb er stehen.“
  • „Der Gleitschirmflieger spielt mit den technischen Möglichkeiten seines Fluggeräts und mit seinen Fertigkeiten: […] Er spielt mit den Leinen, den Bremsen, den Kräften des Windes in seinem Gleitschirm.“

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. (Zoologie) (in vielen Arten verbreitete) große, blutsaugende Fliege (Tabanidae), die — je nach Art — grauschwarz bis braungelb gefärbt ist
  2. (ugs.) Ohrfeige
  3. (ugs.) große Hitze
  4. (ugs.) hohe Spielkarte, die nicht übertrumpft werden kann
  5. (ugs.) weibliche Person, die aufdringlich beziehungsweise zudringlich ist

Beispielsätze

  • „Deshalb rasen sie in ihrer Feindschaft gegen jeden, welcher gleich Schopenhauer ihr Bedürfniss erkennt und wie eine Bremse auf ihrem Nacken sitzt; da zeigen sie Gebärden und Mienen, so roh und unbändig, dass ihnen oft genug die Larve der ‚Eleganz‘ und der ‚schönen Form‘ abfällt. Kommt aber gar ein ganzes Heer von solchen Bremsen über sie, so ist es mit ihrer ‚Cultur‘ völlig vorbei: denn sobald sie sich nicht mehr im Zaume halten und die künstliche Selbstbeherrschung verlieren, hört überhaupt ihre Macht auf: weil sie, sobald der hässliche Inhalt entblösst wird, Niemanden mehr belügen können.“
  • „Bremsen (Tabanidae) werden in Norddeutschland auch blinde Fliegen, in Süddeutschland auch Breme genannt. Im Vergleich zu den Mücken sind Bremsen wahre Riesen, die Pferdebremse (Tabanus sudeticus) ist mit bis zu 2,5 Zentimetern Länge die größte Fliegenart in Mitteleuropa. Am häufigsten kommt allerdings die gewöhnliche Regenbremse (Haematopota pluvialis) vor, die ca. einen Zentimeter lang wird. Bremsen können Borreliose und infektiöse Anämie auf Pferde übertragen.“
  • „Eine andere stach Uwe ins Bein, und wir rannten schreiend weg, den ganzen Weg bis Vallendar, um die Bremsen abzuhängen.“
  • „Zudem war ihm ihre aufdringliche Zuneigung, die nicht nur gab sondern auch forderte zunehmend lästig. 1826 schreibt er an den Herzog Carl August: ‚Diese leidige Bremse ist mir als Erbstück von meiner guten Mutter schon viele Jahre sehr unbeqem. Sie wiederholt dasselbe Spiel, das ihr in der Jugend allenfalls kleidete, wieder, spricht von Nachtigallen und zwitschert wie ein Zeisig.‘ Am 7. August 1830 schließlich trägt Goethe in sein Tagebuch ein: ‚Frau von Arnims Zudringlichkeit abgewiesen.‘“

Synonyme für Bremse

BremeViehfliegeTabanidae

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Gegenteil

Beschleuniger, Gas

Deklination

Nominativ SingularBremse
Nominativ PluralBremsen
Genitiv SingularBremse
Genitiv PluralBremsen
Dativ SingularBremse
Dativ PluralBremsen
Akkusativ SingularBremse
Akkusativ PluralBremsen

Wortfeld

Oberbegriffe

Unterbegriffe

Auflaufbremse, Backenbremse, Bandbremse, Dampfbremse, Dauerbremse, Druckluftbremse, Fahrradbremse, Felgenbremse, Feststellbremse, Fliehkraftbremse, Fluidbremse, Flüssigkeitsbremse, Flüsterbremse, Freilaufbremse, Fußbremse, Gegendruckbremse, Gegentriebbremse, Getriebebremse, Gleisbremse, Haltestellenbremse, Handbremse, Hinterbremse, Hinterradbremse, Hydraulikbremse, Innenbremse, Karpenterbremse, Keilbremse, Klotzbremse, Knorr-Bremse, Kratzbremse, Kurzschlussbremse, Lamellenbremse, Luftbremse, Luftdruckbremse, Magnetbremse, Magnetpulverbremse, Magnetschienenbremse, Motorbremse, Motorradbremse, Mündungsbremse, Notbremse, Öldruckbremse, Parkbremse, Radbremse, Reibungsbremse, Rücktrittbremse, Saugluftbremse, Scheibenbremse, Schibremse/Skibremse, Schienenbremse, Schnellbremse, Seilzugbremse, Servobremse, Stotterbremse, Strömungsbremse, Totmannbremse, Trommelbremse, Vakuumbremse, Vierradbremse, Vorderbremse, Vorderradbremse, Wagenbremse, Wasserwirbelbremse, Westinghousebremse, Widerstandsbremse, Wirbelstrombremse, Zweikreisbremseübertragen: Ausgabenbremse, Benzinpreisbremse, Bierpreisbremse, Essbremse, Euphoriebremse, Exportbremse, Gaspreisbremse, Genickschussbremse, Importbremse, Investitionsbremse, Konjunkturbremse, Kostenbremse, Kreditbremse, Lohnbremse, Mietpreisbremse, Preisbremse, Reformbremse, Rotzbremse, Schuldenbremse, Spaßbremse, Spritpreisbremse, Strompreisbremse, Tempobremse, Wachstumsbremse, WärmepreisbremseBremsfallschirm, Bremsklappe, Bremsrakete, Bremsschirm, Bremsschuh, Hemmschuh, Retarder, Schleppanker, Schleppleine, Schubumkehr

Redewendungen und typische Verbindungen

  • auf die Bremse gehen, auf die Bremse latschen/in die Bremse latschen; Deutschland, Österreich: auf die Bremse steigen/in die Bremse steigen; Schweiz: auf die Bremse drücken, auf die Bremse stehen; Deutschland, Schweiz: auf die Bremse treten
  • zieh die Bremse an!
  • eine Bremse fahren
  • ohne Bremse reden
  • die Bremse ziehen
  • eine automatische Bremse, eine hydraulische Bremse; die Bremse betätigen, die Bremsen lösen, die Bremsen quietschen

Herkunft

ein seit dem 14. Jahrhundert bezeugtes Erbwort aus spätmittelhochdeutsch ' „Klemme, Maulkorb und ähnlich“ (vergleiche mittelniederdeutsch , welches ' „Drang, Zwang“ zugehörig ist), das auf ein Verb mit der Bedeutung „zwängen, klemmen“ zurückgeht (vergleiche mittelhochdeutsch ' sowie, lautlich genauer, mittelniederdeutsch ' / ' „drücken“); die weitere Herkunft ist unklar; »Bremse« war auch die Nasenklammer zur Bändigung störrischer Pferde, was zur Bedeutungsübertragung auf die Vorrichtung zum Anhalten von Fahrzeugen führte

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Reime auf Bremse

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.