der Aufruhr
Aufruhr (Substantiv) bedeutet: (meist, Singular) (vor allem gegen politische Missstände, gegen die Staatsgewalt gerichtetes) tumultartiges (bisweilen gewalttätiges) Aufbegehren und Zusammenrotten. Häufige Synonyme sind Theater, Welle, Erhebung.
Bedeutung
- (meist, Singular) (vor allem gegen politische Missstände, gegen die Staatsgewalt gerichtetes) tumultartiges (bisweilen gewalttätiges) Aufbegehren und Zusammenrotten
- (gehoben, kPl.) heftige Gefühls- und Gemütsbewegung
- (gehoben, kPl.) im übertragenen Sinne zu [2]: heftige Bewegung von Naturgewalten
Beispielsätze
- Der Aufruhr griff auf andere Gebiete über.
- „Östreich fürchtet mit Recht für sein Italien und verfeindet sich mit Preußen und Rußland, den einzigen Mächten, die es ihm gönnen; es nähert sich Frankreich, was seit dem XIV. Jahrhundert lüstern nach Italien sieht, es treibt Sardinien auf das Äußerste, was die Thüren und Eingänge Italiens in Händen hat, es liebäugelt mit Palmerston, der emsig bemüht ist, den Aufruhr dort zu erregen und zu erhalten.“
- „Die ganze Straße war in Aufruhr, es fehlte nicht viel, so hätte man den Gendarm alarmiert.“
- „Er entgegnet trocken, dass dieser ganze Aufruhr mitsamt den prügelnden Zivilpolizisten nur provoziert wird, um das Land zu destabilisieren.“
- „Die meisten Ägypter haben mit Protesten nichts am Hut. Seit dem Aufruhr im Januar 1977, der eine Reaktion auf die Erhöhung des Brotpreises war, sind die Massen trotz des sinkenden Lebensstandards ruhig geblieben.“
- Bei ihrem Anblick ist er völlig in Aufruhr geraten.
Synonyme für Aufruhr
Deklination
| Nominativ Singular | Aufruhr |
|---|---|
| Nominativ Plural | Aufruhre |
| Genitiv Singular | Aufruhrs |
| Genitiv Plural | Aufruhre |
| Dativ Singular | Aufruhr |
| Dativ Plural | Aufruhren |
| Akkusativ Singular | Aufruhr |
| Akkusativ Plural | Aufruhre |
Wortfeld
Unterbegriffe
Redewendungen und typische Verbindungen
- Aufruhr stiften, einen Aufruhr anfangen / anstiften / erregen / veranstalten; einen Aufruhr beruhigen / dämpfen / (blutig) niederschlagen / unterdrücken; der Aufruhr bricht aus / bricht los / flackert auf / ebbt ab; in Aufruhr geraten; in (offenem) Aufruhr sein; zum (offenen, versteckten) Aufruhr kommen
- ein Aufruhr des Herzens / der Gefühle / der Sinne; jemandes Gefühle / Leidenschaften / Sinne in Aufruhr bringen / versetzen; für Aufruhr sorgen; seinen inneren Aufruhr besiegen / stillen / zähmen
- ein Aufruhr der Elemente / der Fluten
Herkunft
Das Wort ist seit dem 14. Jahrhundert in mittelniederdeutsch ' bezeugt und seit dem 15. Jahrhundert in hochdeutschen Texten nachweisbar. Es handelt sich um eine im Niederdeutschen beginnende Verstärkung von »Ruhr« im alten Sinne von „(heftige) Bewegung, Erregung, Unruhe“ (und gehört somit zu »rühren«). Im Hochdeutschen bewahrt die Zusammensetzung zunächst das feminine Genus des Grundwortes noch bis ins 18. Jahrhundert; daneben kommt die Verwendung als Maskulinum in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts auf (wohl in Analogie zu »Aufstand«).
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Reime auf Aufruhr
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