Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

der Staat

Substantiv, maskulin[ʃtaːt]StaatTop 2.000 Grundwortschatz
Kurz erklärt

Staat (Substantiv) bedeutet: nach Einfluss oder Aufgabe gestaffeltes System aus Individuen. Häufige Synonyme sind Land, Nation, Ausstattung.

Bedeutung

  1. nach Einfluss oder Aufgabe gestaffeltes System aus Individuen
  2. (Politik) Gebiet, auf dem ein Staat liegt
  3. in föderalistisch organisierten Staatswesen: eine teilsouveräne Entität, ein konstitutives Element einer Föderation, das staatsrechtliche Gegenüber des Bundes
  4. (umgangssprachlich, nur Plural) die Vereinigten Staaten von Amerika
  5. (Zoologie) Insektenstaat
  6. (umgangssprachlich, kein Plural, veraltend) festliche Bekleidung
  7. (kein Plural, Bedva.) Gesamtheit der Personen, die das Gefolge einer höherstehenden Persönlichkeit bilden
  8. nur in festen Wendungen: Aufwand, Pracht, guter Eindruck

Beispielsätze

  • In der Not rufen Banken wieder nach dem Staat.
  • Liechtenstein ist ein sehr kleiner Staat.
  • „So werden [in den Vereinigten Staaten von Amerika] neben dem Gouverneur häufig die wichtigsten Positionen in der Exekutive, in einigen Staaten aber auch die Mitglieder des Obersten Gerichts durch direkte Wahl bestimmt.“
  • „Der Staat Freiburg erbringt zahlreiche Dienstleistungen für die gesamte Freiburger Bevölkerung.“
  • „Staaten wie Sabah und Sarawak in Ost-Malaysia weisen im Vergleich zur Halbinsel Malaysia höhere Malaria-Übertragungsraten auf.“
  • Meine Schwester Heidelore ist schon vor dreißig Jahren in die Staaten gezogen.

Synonyme für Staat

LandNationAusstattungOutfitAufzugPutzAufmachungNationalstaatGewandungKostümierungAusstaffierungKanton, Land, BundeslandInsektenstaat, TierstaatHofstaat

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Deklination

Nominativ SingularStaat
Nominativ PluralStaaten
Nominativ Plural 2Stäte
Nominativ Plural 3Staat
Nominativ Plural 4Staate
Genitiv SingularStaats
Genitiv Singular*Staates
Genitiv PluralStaaten
Genitiv Plural 2Stäte
Genitiv Plural 3Staat
Genitiv Plural 4Staate
Dativ SingularStaat
Dativ Singular*Staate
Dativ PluralStaaten
Dativ Plural 2Stäten
Dativ Plural 3Staaten
Dativ Plural 4Staaten
Akkusativ SingularStaat
Akkusativ PluralStaaten
Akkusativ Plural 2Stäte
Akkusativ Plural 3Staat
Akkusativ Plural 4Staate

Wortfeld

Unterbegriffe

Abgabenstaat, Abnehmerstaat, Agrarstaat, Anliegerstaat, Anrainerstaat, Ansässigkeitsstaat, Anwerberstaat, Araberstaat, Arbeiterstaat, Atomstaat, Atomwaffenstaat, Aufnahmestaat, Ausbeuterstaat, Baltenstaat, Beamtenstaat, Beitrittsstaat, Bewerberstaat, Blockstaat, Boomstaat, Bruderstaat, Bundesstaat, Bündnisstaat, Burenstaat, Bürgerstaat, Doppelstaat, Drittstaat, Drittweltstaat, Einheitsstaat, Einparteienstaat, Einzelstaat, Empfängerstaat, Empfangsstaat, Entsenderstaat, Entsendestaat, Entwicklungsstaat, Erdölstaat, Erzeugerstaat, Ethnostaat, Euro-Staat, Feindstaat, Flächenstaat, Flaggenstaat, Föderalstaat, Föderativstaat, Folterstaat, Frauenstaat, Freistaat, Friedensstaat, Frontstaat, Führungsstaat, Fürsorgestaat, Gaststaat, Geberstaat, Generalstaat, Gesamtstaat, Gewaltstaat, Gewerkschaftsstaat, Gläubigerstaat, Gliedstaat, Grenzstaat, Großstaat, Gründerstaat, Hafenstaat, Halbstaat, Handelsstaat, Hegemonialstaat, Heimatstaat, Herkunftsstaat, Herstellerstaat, Idealstaat, Industriestaat, Interventionsstaat, Judenstaat, Kammerstaat, Kernstaat, Kernwaffenstaat, Kleinstaat, Kleinststaat, Klientelstaat, Konferenzstaat, Kontaktgruppenstaat, Krisenstaat, Kulturstaat, Kunststaat, Kurdenstaat, Lohnsteuerstaat, Machtstaat, Mandatarstaat, Männerstaat, Marionettenstaat, Mehrparteienstaat, Mehrvölkerstaat, Mikrostaat, Ministaat, Mitgliedsstaat, Mittelstaat, Modellstaat, Moslemstaat/Muslimstaat, Musterstaat, Mutterstaat, Nachfolgestaat, Nachkriegsstaat, Nationalitätenstaat, Neuenglandstaat, Nichtkernwaffenstaat, Nuklearstaat, Ölförderstaat, Ölstaat, Operettenstaat, Ordensstaat, Ordnungsstaat, Ostblockstaat, Paktstaat, Parteienstaat/Parteistaat, Partnerstaat, Phantomstaat, Piratenstaat, Polizeistaat, Präventionsstaat, Pufferstaat, Quellenstaat, Randstaat, Reformstaat, Repressionsstaat, Reststaat, Riesenstaat, Rumpfstaat, Satellitenstaat, Schattenstaat, Scheinstaat, Scheißstaat, Schlüsselstaat, Schnüffelstaat, Schuldenstaat, Schuldnerstaat, Schurkenstaat, Schutzstaat, Schweinestaat, Separatstaat, Serbenstaat, Sicherheitsstaat, Siegerstaat, Signatarstaat, Sitzstaat, Sklavenhalterstaat, Sklavenstaat, Sozialstaat, Spitzelstaat, Stadtstaat, Ständestaat, Steuerstaat, Sukzessionsstaat, Superstaat, Tamilenstaat, Teilnehmerstaat, Teilstaat, Tiefer Staat, Tigerstaat, Terrorstaat, Transformationsstaat, Transitstaat, Überstaat, Überwachungsstaat, Unionsstaat, Unruhestaat, Unterdrückungsstaat, Unterzeichnerstaat, Ursprungsstaat, Vasallenstaat, Verbändestaat, Verbrecherstaat, Verfolgerstaat, Versorgungsstaat, Verteilungsstaat, Vertragsstaat, Verwaltungsstaat, Vielvölkerstaat, Vorgängerstaat, Vorsorgestaat, Vorzeigestaat, Wechselstaat, Wechselwählerstaat, Weltstaat, Wirtschaftsstaat, Wohlfahrtsstaat, Wohlstandsstaat, Wohnsitzstaat, Zentralstaat, Zukunftsstaat, Zwangsstaat, Zwergstaatnach Institution/Land: Beneluxstaat (Benelux-Staat), BRIC-Staat, BRICS-Staat, DDR-Staat, EG-Staat (EWG-Staat), EU-Staat, EWR-Staat, Führerstaat, G-7-Staat, G-8-Staat, Hitlerstaat, Mercosur-Staat, NATO-Staat, Nazistaat, OECD-Staat, Palästinenserstaat, PIIGS-Staat, Schengenstaat, SED-Staat, Sowjetstaat, Stiefelstaat, US-Staat, Vatikanstaat, Visegrád-Staatnach Lokation: ABC-Staaten, Alpenstaat, Amazonasstaat, Andenstaat, Antipodenstaat, Arktisstaat, Balkanstaat, Bergstaat, Binnenstaat, Golfstaat, Himalajastaat, Inselstaat, Karibikstaat, Kaukasusstaat, Kontinentalstaat, Küstenstaat, Mittelmeerstaat, Nachbarstaat, Nahoststaat, Nilstaat, Nordstaat, Ostküstenstaat, Ostseestaat, Oststaat, Pazifikstaat, Sahelstaat, Südseestaat, Südstaat, Südweststaat, Uferstaat, Weststaat, Wüstenstaatnach politischem System: Apartheidstaat, Arbeiter-und-Bauern-Staat, Bauernstaat, Betriebsstättenstaat, Duodezstaat, Feudalstaat, Fürstenstaat, Gaustaat, Gottesstaat, Islamischer Staat, Kaiserstaat, Kalifatstaat, Kastenstaat, Kirchenstaat, Klassenstaat, kommunistischer Staat, Kolonialstaat, Leistungsstaat, Militärstaat, Nachtwächterstaat, Nationalstaat, Obrigkeitsstaat, Patrimonialstaat, Personenverbandsstaat, Rechtsmittelstaat, Rechtsstaat, sozialistischer Staat, Territorialstaat, Unrechtsstaat, Verfassungsstaat, VolksstaatAmeisenstaat, Bienenstaat, TermitenstaatSonntagsstaat

Redewendungen und typische Verbindungen

  • etwas ist faul im Staate Dänemark
  • mit jemandem ist kein Staat zu machen
  • sich in Staat werfen
  • ein wahrer Staat sein, viel Staat machen, mit jemandem keinen Staat machen können
  • Vater Staat
  • zum Staat

Herkunft

Staat leitet sich über das (nicht sicher belegte) mittelhochdeutsche ' (Ausstattung, rechtlicher Zustand), das mittelniederdeutsche ' (Lage, Umstände, Klasse, Ansehen, Standesvertreter) und das ab dem 15. Jahrhundert verbreitete frühneuhochdeutsche Stat (Stellung in der Gesellschaft, Rang, Aufwand, Prunk) vom lateinischen ' ab. Während der Spätantike bezeichnete man mit status Zustand, Form und das Gefüge des Gemeinwesens sowie einen festen, gesicherten und unerschütterlichen Stand. In dieser Verwendungsweise erforderte status stets einen Genitiv, um zu bezeichnen, um wessen Zustand oder Stand es ging. Solange dies anhielt, konnte das Wort noch nicht im heutigen Sinne gebraucht werden. Im Mittelalter gab es in sämtlichen germanischen Sprachen keine Bezeichnung, die einen Oberbegriff für Königreich, Herzogtum, Republik und so weiter darstellte. Man benutzte dann im ausgehenden Mittelalter normalerweise res publica, civitas oder regnum. Mit Ableitungen von status wurde wie oben erwähnt zu dieser Zeit eher (rechtlicher) Stand oder Verfassung bezeichnet Nach Deutschland kam das Lehnwort staet etwa im 14. Jahrhundert und etablierte sich insbesondere im Niederdeutschen, wo es im politisch-rechtlichen Kontext in Bezug auf Zustände zwischen zwei Parteien (zum Beispiel eines Vertrages oder Konflikts) bereits als allein stehendes Wort gebraucht wurde. Die Verbindung des lateinischen Wortes mit einem Genitiv hielt allerdings an: „status reipublicae“, „status imperii“ und „status regni“ kamen vor. Folglich bestand noch immer keine Beziehung zum heutigen Anwendungsbereich. Jedoch veränderte sich allmählich der Bedeutungsaspekt Stand vom rechtlichen Stand zum gehobenen Stand, da das Wort in die ständische Sphäre vordrang. Umfasst wurde dabei das Dekor der höhergestellten Gesellschaft, woher die noch heute übliche Wendung mit etwas keinen Staat machen können stammt. Ganz allmählich entstand aber auch ein Gebrauch, der der modernen Staatlichkeit näherkam. Im Altfranzösischen wurde l’ als ars bene regendi multitudinem (die Kunst, die Menge gut zu lenken) aufgefasst. Eine andere Beschreibung des status kennzeichnet ihn als „nichts anderes als einen Teil der öffentlichen Sache, durch den die Verfassung und die öffentliche Ordnung der gesamten Bürgerschaft zusammengehalten wird“. Obwohl der Sprachgebrauch noch einige Zeit schwankend blieb, lässt sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts bei einigen Autoren bereits nachweisen, dass status mit der gleichen Bedeutung wie res publica verwendet wurde. Hintergrund für diese Entwicklung dürfte die Herausbildung erster „Staaten“ im heutigen Sinne in Oberitalien gewesen sein. Diese beruhten auf einer herrschaftlichen Familie, deren treue Anhänger als Staat bezeichnet wurden. Niccolò Machiavelli benutzte lo entsprechend in den Bedeutungen ‚Anhänger eines Partei- oder Cliquenobersten‘, ‚Machtbesitz‘ und ‚Inhaberschaft der öffentlichen Amtsgewalt‘. Der Prozess der „Verstaatung“ des menschlichen Gemeinwesens, der bei relativ kleinen Gruppen begann, hat sich immer weiter ausgebreitet und schließlich jeden Einzelnen eingeschlossen. Zur Verbreitung des neuen Terminus trug wiederum Macchiavelli mit seiner „Theorie der Staatsräson“ bei, welche sich der ratio statūs widmete. Hier nun ist status selbst zum Genitiv geworden und stellt endlich einen konkreten und eigenständigen Inhalt dar.Endgültig zur Entstehung des heutigen Bedeutungsinhalts des Wortes kam es in der Mitte des 17. Jahrhunderts, als der absolute Staat geschaffen wurde und die Macht des Herrschers insbesondere auf der vereinheitlichten Finanzverwaltung, den Regimentern und den obersten Regierungsbehörden beruhte. In der Folge entstand das Bedürfnis, für diese Summierung der Hoheitsrechte und Machtansprüche des Herrschers ein Wort zu haben, woraufhin der Begriff Staat auf die Bedeutungen Staatsgebiet und Staatsmacht als Bestandteile des Staates ausgeweitet wurde, wodurch eine seit dem 17. Jahrhundert bestehende Entwicklung ihren Abschluss fand. Daneben stand Staat bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts auch noch für die gestuften Lebensverhältnisse in der Ständegesellschaft, woraufhin zu Beginn des 19. Jahrhunderts die gesellschaftliche Komponente des Begriffs in die Wörter Volk, Nation und Gesellschaft überging und der Staat nur noch den anstaltlichen Aspekt abdeckte. Im frühen 16. Jahrhundert ging die starke Pluralform des Wortes Staat verloren. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts existierte das Wort als Singularetantum, bevor die neue schwache Pluralform Staaten unter niederländischem Einfluss ab 1650 zunächst in der Bedeutung Republik der Vereinigten Niederlande beziehungsweise Generalstaaten aufkam. Jahrzehntelang stand Staat daraufhin für die Niederlande und für res publica. Die Schreibung des Wortes Staat ist von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert hinein uneinheitlich, sogar regellos, so dass schließlich das Bedürfnis bestand, den Staat hinsichtlich der Schreibweise von stat, einer Vorform von Statt, abzugrenzen, was zur Schreibung mit Doppel-A führte, die Zeitgenossen zunächst „exotisch“ vorkam. Diese Schreibweise entsprach indes der aus der Zeit des Spätmittelhochdeutschen stammenden Längung des Vokals A, welcher im Ursprungswort status noch kurz ausgesprochen worden war.

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Wörter in der Nähe

Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.