Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

die Schmiere

Substantiv, feminin[ˈʃmiːʁə]Schmie · reSeltenes Wort · Rang 20.386
Kurz erklärt

Schmiere (Substantiv) bedeutet: ölige, fetthaltige Substanz, besonders Schmiermittel und Schuhcreme. Häufige Synonyme sind Wandertheater, Provinztheater.

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. ölige, fetthaltige Substanz, besonders Schmiermittel und Schuhcreme
  2. (übertragen, umgangssprachlich) Hautpflegemittel, bei dem die wirksamen Substanzen mit einer (fettigen) Masse vermengt sind
  3. feuchte, glitschige, schmierige Substanz
  4. der streichbare Belag für die zum Verzehr bestimmte Brotschnitte
  5. Scheibe Brot mit (streichbarem) Belag
  6. Schläge
  7. schlechte Wanderbühne
  8. provinzielles, niveauloses Theater

Beispielsätze

  • „Ulis ruhigere Gemütsweise, sein milderes Wesen, welches nicht immer erhitzt war zu Feuer und Flammen im Jagen nach einem unerreichbaren Ziele, einem Wagen gleich, den man ohne Roß und ohne Schmiere dahintreibt, hatte einen wohltätigen Einfluß auf die Arbeiter und das Gesinde.“
  • Die Anhängerkupplung quietscht, wie wäre es mit ein bisschen Schmiere?
  • „Sie zündeten trotz dem Einspruch des Gastgebers ein Endchen Fackel an, womit sonst den Spielern, die sich nach Verlust ihres Geldes fluchend entfernten, zur Tür geleuchtet wurde, und traten damit in die Kammer, in der die Frau bis zu den Knien hinab in der Schmiere lag.“
  • Diese Schmiere sieht kaum appetitlich aus, und schmeckt auch so.
  • Hastig griff sie sich eine belegte Schmiere, die ihr als Frühstück genügen musste, und stürzte schon zu ihrem ersten Termin.
  • „Es geschah wohl auch, daß Lehrer von der Art, welche alle Tage dreimal Schmiere mit der Rute nötig hätten, die Knaben, weil sie zu spät kamen, fragten, ob sie noch Därme hätten putzen oder auseinanderziehen müssen, oder daß sie einem, weil er seine Aufgabe nicht nach dem Sinne des Lehrers machte, sagten: »Aus dir gibt es dein Lebtag nichts als so ein dummer, grober Metzger, und es ist schade für jeden Kreuzer, den dein Vater für dich ausgibt!«“

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. (Gaunersprache) Wachdienst; den Wachdienst ausübender Wachposten
  2. (Gaunersprache) Polizei

Beispielsätze

  • „Der Eine kann nur als Schränker glücklich handeln, der Andere sucht als Hochstappler bei der Agroscheninnung sich einen Namen zu machen; der Dritte vermag allein als Baldoberer oder Schmiere bei einem Einbruch der polizeilichen Gewalt gegenüber List der Schlauheit, Verwegenheit der Kühnheit entgegenzusetzen; der Vierte nur als Kochuner, Kinsler, Dorfdrücker, Treppenschleicher, Leimgänger sich eine Virtuosität zu erwerben.“
  • „Jadeflöte stand an der Türe Schmiere, während die beiden im Zimmer tändelten und kosten.“
  • „Da sagte ich: »Ich hab noch nie ein Papier besessen; hab auch keins vonnöten gehabt auf meinen Reisen. - Wo kann man denn so was bekommen?« / »Auf der Polizei halt!« erwiderte mir der Fritz. / Der Magister aber wollt nicht viel davon wissen und brummelte: »Narr, einfältiger! Läßt den Kaffer zur Schmiere laufen! - Daß die grünen Hunde von mir Wind bekommen und mich einkasteln! Bist wohl verrückt - he!«“

Synonyme für Schmiere

WandertheaterProvinztheaterÖsterreich: Schmierer

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Gegenteil

Belobigungen, Belohnungen, Liebkosungen, StreicheleinheitenFilmtheater, Kino, Lichtspielhaus

Deklination

Nominativ SingularSchmiere
Nominativ PluralSchmieren
Genitiv SingularSchmiere
Genitiv PluralSchmieren
Dativ SingularSchmiere
Dativ PluralSchmieren
Akkusativ SingularSchmiere
Akkusativ PluralSchmieren

Wortfeld

Oberbegriffe

[1–3] Masse, Substanzkörperliche AuseinandersetzungAufenthaltsort

Unterbegriffe

Gelenkschmiere, Haftschmiere, Stiefelschmiere, WagenschmiereKäseschmiereWanderschmiereProvinzschmiere

Redewendungen und typische Verbindungen

  • umgangssprachlich, bildlich: in der Schmiere sitzen
  • eine Schmiere (an-)rühren, eine Schmiere zubereiten, eine Schmiere auftragen, sich mit Schmiere einreiben, eine Schmiere auf die Wunde streichen
  • Schmiere kriegen
  • eine grauenvolle Schmiere
  • eine Schmiere benutzen

Herkunft

[1–3] Altsächsisch smer, O. Friesisch smere, Althochdeutsch smero, Mittelniederdeutsch smer bezeugt im Spätmittelhochdeutschen schmir „Schmiermittel“

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Reime auf Schmiere

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.