Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

die Manie

Substantiv, feminin[maˈniː]Ma · nieSeltenes Wort · Rang 22.850
Kurz erklärt

Manie (Substantiv) bedeutet: (Psychiatrie) eine affektive Störung, die mit einer gehobenen Affektivität (Stimmung), Enthemmung, Ideenflucht und Selbstüberschätzung einhergeht. Häufige Synonyme sind Sucht, Obsession, Besessenheit.

Bedeutung

  1. (Psychiatrie) eine affektive Störung, die mit einer gehobenen Affektivität (Stimmung), Enthemmung, Ideenflucht und Selbstüberschätzung einhergeht
  2. Verhaltensweise: ein zwanghaftes Verhalten, eine krankhaft übersteigerte Neigung etwas Bestimmtes tun zu müssen

Beispielsätze

  • „Ein Rausch der Gefühle, unglaubliche Energie, die Welt verbessern, jetzt und hier. Und alle sollen helfen. Es ist der Enthusiasmus einer Manie, die eine Seite der Bipolaren Störung. Denn an anderen Tagen sind die vielen Ideen, die sexuelle Energie oder der Kaufrausch plötzlich verflogen.“
  • „Bei der manischen Episode werden drei Formen unterschieden: Hypomanie, Manie ohne psychotische Symptome und Manie mit psychotischen Symptomen.“
  • „[…] um 1730 eine Art Wiederentdeckung der van Dyckschen Mode in Gesellschaft und Porträt, die sich nach 1770 zu einer wahren Manie auswuchs, vor allem gefördert durch die gesellschaftliche Maskeradensucht.“
  • „Sie beschrieb das Weihnachtsgeschäft des Jahres 1949: Vor Weihnachten hörte ich so viele Klagen über Geldmangel, dass es mir schon eine Manie zu sein schien.“
  • „Katholischwerden war im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts eine Mode, beinahe eine Manie. Es gab mancherlei, auch weltliche Gründe dafür, so die wachsende Bedeutung Wiens als Gegenhauptstadt zum Paris Napoleons.“
  • „Seine Manie ist das eigenhändige Klystieren.“

Synonyme für Manie

SuchtObsessionBesessenheitmanische Psychose; bei Kombination mit Depression: bipolare Störung, veraltet: ZyklothymieBesessenheit, Drang, Getriebenheit, Hang, krankhafte Leidenschaft, maßloses Begehren, Obsession, Raserei, Sucht, Tobsucht, Tollheit, Trieb, Wahn, Wahnsinn, Wut, Zwang, Zwangsstörung, Zwangsvorstellung; veraltet: Zwangserkrankung, Zwangsneurose, anankastische Neurose

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Gegenteil

Depression, Dysthymie, ZyklothymiaAbneigung, Aversion, Phobie

Deklination

Nominativ SingularManie
Nominativ PluralManien
Genitiv SingularManie
Genitiv PluralManien
Dativ SingularManie
Dativ PluralManien
Akkusativ SingularManie
Akkusativ PluralManien

Wortfeld

Oberbegriffe

unbewusste Handlung, unterbewusste Handlung, Verhalten, Verhaltensweise, veraltet: SeelenäußerungAffekt, affektive Störung, bipolare Störung, psychische Störung, Geisteskrankheit, Geistesstörung, Gemütskrankheit, Gemütsveränderung, Gemütszustand, Irrsinn, Krankheit, Verrücktheitabnorme Gewohnheit, extreme Gewohnheit, Angewohnheit, Impulsstörung, Impulskontrollstörung

Unterbegriffe

HypomanieArithmomanie, Bibliomanie, Dipsomanie, Gartenmanie, Kleptomanie, Monomanie, Nymphomanie, Poriomanie, Pyromanie, Trichotillomanie

Redewendungen und typische Verbindungen

  • eine endogene Manie, eine Manie auslösen, eine Manie befördern, eine Manie bewirken, zwischen Manie und Depression schwanken
  • als Manie ausarten, eine Art Manie, eine extreme Manie, eine leichte Manie, eine schwere Manie, eine unheilbare Manie, eine Manie haben, eine Manie lostreten, eine Manie überkommt jemanden, in eine Manie verfallen, unter einer Manie leiden, von einer Manie besessen sein, von einer Manie betroffen sein, von einer Manie überfallen werden, Züge einer Manie annehmen
  • bis zur Manie, mit Manie und Akribie vorantreiben, eine verhängnisvolle Manie, eine regelrechte Manie, eine wahre Manie, einer Manie nachgeben, einer Manie nachhängen, eine Manie treibt jemanden zu etwas, eine leidenschaftliche Manie, in einer Manie ausufern, sich als eine Manie bemerkbar machen, sich in einer Manie ausdrücken, sich zu einer Manie entwickeln, von einer Manie geplagt sein, zu einer Manie auswachsen, zur Manie werden

Herkunft

bereits im 16. Jahrhundert von medizin-lateinisch ' „Tollwut, Tobsucht“ eingedeutscht und in abgeschwächter allgemeinerer Bedeutung („Verlangen, Sucht“) im 18. Jahrhundert als medizinisches Fachwort aus griechisch-lateinisch ', ' „Raserei, Wahnsinn“ entlehnt. Die Verbreitung des Terminus gründet sich auf dessen erstmalige Verwendung in der sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelnden Fachsprache der Psychiatrie in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung von Thomas Arnold (1784): Beobachtungen über die Natur. Arten, Ursachen und Verhütung des Wahnsinns oder der Tollheit. Davon ausgehend verbreitete sich der Gebrauch des Wortes während des 19. Jahrhunderts. Das ursprüngliche Wort ' selbst ist abgeleitet von griechisch ' (

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.