leise
leise (Adjektiv) bedeutet: kaum hörbar. Häufige Synonyme sind verhalten, ruhig, still.
Bedeutung
- kaum hörbar
- kaum wahrnehmbar, fast unmerklich, wenig spürbar
- kaum ausgeprägt, von geringem Ausmaß, nur in Andeutungen
Beispielsätze
- Im Raum ist es sehr leise, man hört keinen Ton.
- „»Come on«, rief er deshalb in einer etwas übertriebenen Lautstärke, die er sich eigens für die nach Herzlichkeit dürstenden Leute vom Kontinent angewöhnt hatte, und dann in einem Gefühl der Verbundenheit, das er sich nur mit Sentimentalität erklären konnte, fügte er, viel leiser und gar ein wenig scheu »Massel tow« hinzu.“
- „Es wurde mit aufgerissenen Augen leise und viel gesprochen und mit zugedrückten Augen leise und viel geweint.“
- „Ich hörte Bilger leise schnarchen; draußen klirrte ein Mast oder ein Fall im Wind, man hätte meinen können, wir befänden uns auf einem Segelschiff am Liegeplatz – bis ich schließlich eingeschlafen bin.“
- „Paul kichert leise.“
- „Er sprach leise mit ihnen, und plötzlich wurden aufgebrachte Stimmen laut.“
Synonyme für leise
Gegenteil
Steigerung
| Positiv | leise |
|---|---|
| Komparativ | leiser |
| Superlativ | leisesten |
Redewendungen und typische Verbindungen
- leise weinend
- heimlich, still und leise
- leise kochen
- nicht im Leisesten
- leise Stimme
- leises Geräusch
- adverbiell: leise anklopfen, eintreten, gehen; leise lachen, singen, sprechen, weinen
- leiser Duft, Händedruck, Lufthauch, Regen
Herkunft
Das Wort geht über mittelhochdeutsches ' (alemannisch mit Nasalinfix linse) auf das seit dem 9. Jahrhundert bezeugte althochdeutsche Adverb ' ‚sanft, sacht, langsam, schwach hörbar‘ zurück. Die weitere Herkunft ist unsicher. Es lässt sich vergleichen mit mittelniederdeutschem , mittelniederländischem ' ‚schwach hörbar, sanft, sacht, langsam‘, südniederländischem ' (auch substantiviert ' ‚langsamer, träger Mensch‘), die sich – laut Pfeifer – alle verbinden lassen mit dem altenglischen Verb / ‚schlüpfen, gleiten‘, mit dem altsächsischen Komparativ , dem altenglischen Komparativ , dem englischen Komparativ ' ‚weniger‘ und dem altenglischen Superlativ , dem englischen Superlativ ' ‚am wenigsten‘ sowie mit krimgotischem lista ‚zu wenig‘. Sichere außergermanische Anknüpfungsmöglichkeiten finden sich nicht. Geht man jedoch davon aus, dass griechisches ‚lau, warm, mild, gelinde‘ (aus *lisṛo-) und ‚Hinterster, Letzter‘ sowie litauisches ' ‚mager, hager‘ und ' ‚mager werden‘ auf gleicher Stufe mit den oben genannten stehen, kann von einer indoeuropäischen s-Erweiterung *leis-, *lois- der indoeuropäischen Wurzel *lei- ‚eingehen, abnehmen, mager, schlank‘ ausgegangen werden, die beispielsweise (mit anderer Stammbildung) in gotischem ‚ablassen, fortgehen‘ vorliegen könnte. Die Ausgangsbedeutung wäre dann ‚abnehmend, schwach‘. Demnach bezeichnet das Adjektiv anfänglich wohl die Sanftheit einer Bewegung, bald auch den schwachen Gehörseindruck und steht seit dem 17. Jahrhundert als Gegenwort zu laut.
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