Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

die Klippe

Substantiv, feminin[ˈklɪpə]Klip · peTop 15.000 · Aufbauwortschatz
Kurz erklärt

Klippe (Substantiv) bedeutet: großer, aus dem Meer ragender oder auf Höhe der Wasseroberfläche liegender Felsblock in Küstennähe. Häufige Synonyme sind Felsen, Fels, Gestein.

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. großer, aus dem Meer ragender oder auf Höhe der Wasseroberfläche liegender Felsblock in Küstennähe
  2. (Geologie, Tektonik) durch Erosion isolierter Rest einer tektonischen Decke
  3. (übertr.) etwas, was die Verwirklichung eines Vorhabens, das Erreichen eines Ziels oder dergleichen be- oder verhindert und nicht unmittelbar zu bewältigen ist

Beispielsätze

  • „Auf der hohen See mag sich kein Wellchen regen, aber das Wasser zwischen den sichtbaren und unsichtbaren Klippen hier geht immer stürzend hoch.“
  • „Kurz darauf kämpften sich einige erschöpfte junge Afrikaner ans rettende Ufer. Als sie sprechen konnten, berichteten sie, ihr Boot sei etwa 100 Meter vor der Küste auf einer Klippe gestrandet.“
  • „Ein Flüchtlingsboot ist an den Klippen vor der australischen Weihnachtsinsel zerschellt und gesunken.“
  • „Hier kann man auf aussichtsreichen Pfaden entlang der Klippen wandern.“
  • „Die Klippen sind somit das tektonisch Hängende, sie liegen teils über dem Helvetikum oder auch vor dessen Nordrand, teils überdecken sie die Scheienalpdecke oder den Flysch.“
  • „Kleinere Erosionsreste, sogenannte Klippen, zeugen aber von der ursprünglichen Verbreitung. Die größte dieser Klippe ist in der Gegend der Dent Blanche zu finden. […] Auch bei der Verteilung des Penninikums ist im Bereich der Zentralalpen eine größere Klippe am Nordrand der Alpen zu verzeichnen.“

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. mineralische Masse von harter, kompakter Beschaffenheit (die einen Teil der Erdkruste ausmacht)
  2. mehr oder minder großes Stück der unter [1] beschriebenen Masse, das sich zahlreich in und auf der Erdoberfläche befindet
  3. größeres, aufragendes Gebilde aus der unter [1] beschriebenen Masse
  4. Festkörper mit einer chemisch einheitlichen Zusammensetzung und einem gleichmäßigen Aufbau; seltenes und kostbares Exemplar dieses Festkörpers von besonderer Härte (vor allem Diamant), das als Schmuck verwendet und als Wertgegenstand gehandhabt wird

Beispielsätze

  • „Auch der Auspuff von Fahrzeugen oder Funken von der Schaufel eines Baggers die auf Klippen trifft, kann Funken schlagen, die schnell das trockene Gras entzünden.“
  • „In seiner Todesangst griff der Mann nach Klippen und warf sie nach der Schlange.“
  • „Am Freitag wurde ein siebenjähriges Damaramädchen von einem elfjährigen Damarajungen mit einer Klippe erschlagen.“
  • „‚[…]Nach einiger Suche entdeckten wir im Rivier unter Klippen versteckt den Kadaver eines kurz zuvor geschossenen Springbocks und in einiger Entfernung unter Blättern und Zweigen versteckt eine 30.06 (Jagdgewehr)‘, sagte Schenk.“
  • „Zacharias Lewala, so hieß der Farbige, besah ihn sich genau und lief damit zu seinem Vorarbeiter: »Muß ich Mister geben, ist schöne, kleine Klippe, ist miskien Demant!« […] Er ließ sich von Zacharias die Stelle zeigen, wo die »Klippe« an der Schaufel hängen geblieben war und suchte sich noch einige ähnliche kleine Steine zusammen, denn Stauch wußte aus seinen Büchern, daß Diamanten - im Gegensatz zu gewöhnlichen Steinen - die Eigenschaft besaßen, an fettigen Gegenständen hängen zu bleiben.“

Bedeutung als Substantiv (die)

  1. (fachspr., Numismatik) eckige, zumeist viereckige, Münze oder Medaille (besonders häufig bei primitiven Prägungen unter Belagerungszuständen und in Notzeiten)

Beispielsätze

  • „Um die Soldaten bei der Stange zu halten, lässt der General sein eigenes Gold- und Silbergeschirr platt walzen, in Stücke schneiden und zu Münzen prägen, so genannte Klippen.“
  • „Eckige Münzen heißen in der Numismatik Klippen und der noch ungeprägte Münzrohling Ronde, Platte bzw. früher Schrötling.“

Synonyme für Klippe

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Gegenteil

SandbankKliff, Steilküste

Deklination

Nominativ SingularKlippe
Nominativ PluralKlippen
Genitiv SingularKlippe
Genitiv PluralKlippen
Dativ SingularKlippe
Dativ PluralKlippen
Akkusativ SingularKlippe
Akkusativ PluralKlippen

Wortfeld

Oberbegriffe

Unterbegriffe

Bergklippe, Eisklippe, Felsenklippe/Felsklippe, Gesteinsklippe, Granitklippe, Korallenklippe, Kreideklippe, Meeresklippe, Sandklippe, Sandsteinklippe, Seeklippe, Steilklippe, Steinklippe, Uferklippe, Vogelklippeblinde Klippe, gesunde Klippe, sachte KlippeBrandungspfeiler, Schäresonst Schroff, Schrofen/SchroffenKalkklippe, MarmorklippeToponyme: Falkensteiner Klippe, Staatzer Klippe

Redewendungen und typische Verbindungen

  • eine Klippe umschiffen / Klippen umschiffen
  • an einer Klippe stranden, zerschellen; auf eine Klippe auflaufen; mehrere Klippen umschiffen, umsegeln; ein Schiff durch die Klippen steuern; steil ins Meer abfallende, weit ins Meer hinausragende Klippen; gefährliche, schroffe, steile, tückische Klippen
  • tektonische Klippe
  • eine Klippe (geschickt) umschiffen, überwinden

Herkunft

Erstmals ist das Wort im 14. Jahrhundert im mittelhochdeutschen in der Form ' und ' bezeugt, das etymologisch mit mittelniederdeutschem ', mittelniederländischem ' und niederländischem ' verwandt ist. Es handelt sich um ein norddeutsches Küstenwort, das bereits seit dem 16. Jahrhundert auch in der Literatursprache bezeugt ist. Seine Herkunft ist unklar. Kluge gibt an, das es sich um eine Entlehnung aus dem mittelniederländischen ' handeln solle, worin Pfeifer eine offenbare Weiterleitung eines älteren, in althochdeutschem ' (um 900), altsächsischem , altnordischem , mittelniederdeutschem , niederländischem ' sowie in mittelniederländischem ' / ' und altenglischem ' vorliegendes Substantivs sieht, das als »Kliff« im 20. Jahrhundert (womöglich unter Einfluss von englischem ') neben »Klippe« ebenfalls in der Literatursprache üblich wird. Weitere Verwandtschaften sieht er in (ablautend) mittelniederdeutschem ' ‚Felsvorsprung, felsige Höhe, Steilabfall‘, altnordischem ' und mundartlich schwedischem '. Obwohl auch Pfeifer die Herkunft des Wortes als ungewiss ausgibt, vermutet er bei einer möglichen Grundbedeutung ‚Klebriges, Schlüpfriges‘ oder ‚Glattes, Rundes‘ ansetzend einen Anschluss an die (erschlossenen) indoeuropäischen Wurzeln *gleibh-, *gleip- beziehungsweise deren schwundstufigen Formen *glibh-, *glip-, die wiederum eine Labialerweiterung zur (erschlossenen) indoeuropäischen Wurzel *glei- ‚kleben, schmieren‘ sind, bei der es sich ihrerseits um eine erweiterte Form der (erschlossenen) indoeuropäischen Wurzel *gel- ‚(sich) ballen; Gerundetes, Kugeliges‘ (siehe »kleben«) handelt.

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.