Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

der Enkel

Substantiv, maskulin[ˈɛŋkl̩]En · kelTop 5.000 · Alltagswortschatz
Kurz erklärt

Enkel (Substantiv) bedeutet: (männliches) Kind des eigenen Sohnes oder der eigenen Tochter. Häufige Synonyme sind Enkelkind, Enkelsohn, Grosskind.

Bedeutung als Substantiv (der)

  1. (männliches) Kind des eigenen Sohnes oder der eigenen Tochter
  2. männlicher Nachfahre der zweiten Generation, der von einer anderen Person abstammt

Beispielsätze

  • Mein Enkel geht noch zur Schule.
  • „In einer der ältesten hauste die alte Maruschka mit Kindern und Enkeln, ein verhutzeltes, zitteriges Weiblein.“
  • „Manchmal ging er mit seinem Enkel spazieren.“
  • „Plötzlich kommt wie aus dem Nichts eine riesige Welle heran und überspült genau die Stelle, an der ihr Enkel spielt.“
  • „Der Großvater geht mit seinem Enkel an einem Sommertag über eine Wiese.“
  • In die Kinder investiert man, und die Enkel sind die Rendite.

Bedeutung als Substantiv (der)

  1. besonders ostoberdeutsch, westmitteldeutsch, norddeutsch sowie Südafrika (KwaZulu-Natal): der am Fußansatz befindliche vorspringende Knochen
  2. Südafrika (KwaZulu-Natal): das den Fuß mit dem Unterschenkel verbindende Gelenk

Beispielsätze

  • „Er hat sich den Enkel verstaucht.“
  • „Der rechte Fuß knickte um und ich hatte den Enkel gebrochen. Aus, vorbei! Wieder ein paar Wochen Spital.“
  • „Beim Schorren verknackst’ ich mir den Enkel und immer, wenn ich Schlittschuh laufen lernte, kam Tauwetter, und die Tannen auf der Schloßteichbahn standen schräg übergekippt, wie lebensmüde Romanheldinnen, im Wasser, in dem die Bänke schwammen.“
  • „Das Mädchen war ganz in das Zelt hereingekommen und betrachtete den schwarzen Mann, der so ruhig schlief mit geschwollenen Handgelenken und blutigen Enkeln in den eisernen Fesseln, und sein dichtes Haar und der mächtige Bart waren verfilzt.“

Synonyme für Enkel

EnkelkindEnkelsohnGrosskindKindeskindGroßsohnEnkelkind, Kindeskind; Enkelsohn, GroßsohnTichterSüdafrika (KwaZulu-Natal): Grosskind/GroßkindBrasilien (Rio Grande do Sul, Santa Catarina): NätoNachfahre, NachkommeNachfahr, Spross

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Deklination

Nominativ SingularEnkel
Nominativ PluralEnkel
Genitiv SingularEnkels
Genitiv PluralEnkel
Dativ SingularEnkel
Dativ PluralEnkeln
Akkusativ SingularEnkel
Akkusativ PluralEnkel

Wortfeld

Oberbegriffe

Mensch, PersonKind

Unterbegriffe

Großenkel, Kaiserenkel, Lieblingsenkel, Urenkel, Ururenkel, UrururenkelSchwiegerenkel

Herkunft

Bei dem Wort handelt es sich um ein seit dem 12. Jahrhundert belegtes Erbwort, dessen althochdeutsche Existenz jedoch erst in einer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert bezeugt ist, in der das althochdeutsche Wort ' erwähnt wird. Dessen mittelhochdeutsche Formen lauteten ', ' und dessen spätmittelhochdeutsche ', ', '. Die bezeugte althochdeutsche Form stellt eine Diminutivform zu ' ‚Ahn, Vorfahre; Großvater‘ (siehe »Ahn«) dar, die durch das westgermanische Diminutivsuffix -(n)kl-, das im Althochdeutschen stets zusammen mit dem ebenfalls diminutivem Suffix -ī(n) vorkommt, gebildet wurde. Offenbar wurde bei den Germanen wie bei anderen indoeuropäischen Völkern die Bindung zur übernächsten Generation als besonders stark angesehen, was oft auch in der Namengebung zum Ausdruck kam. Vergleichbare Ableitungen außerhalb des Germanischen sind lateinisch ' ‚Onkel’ von lateinisch ' ‚Großvater; Ahn’ (verwandt mit »Oheim«) und wahrscheinlich auch altslawisch/altrussisch ' (vergleiche russisch ' ‚Enkel‘), das sich von der (nicht belegten, aber rekonstruierten) urslawischen Form *ъn-, wohl einer Ablautstufe der (nicht belegten, aber rekonstruierten) indoeuropäischen Wurzel *an- ‚Vorfahre‘ (siehe »Ahn«), herleitet. Im Deutschen tritt »Enkel« seit dem 16. Jahrhundert in der Literatursprache an die Stelle von »Neffe«, »Kindeskind« und landschaftlichem »Diechter« (siehe »Dirne« und »Tichter«), die zuvor in gleicher Bedeutung gebräuchlich sind. Dabei setzt sich die heutige zweisilbige Form vom 16. Jahrhundert an gegenüber einer Vielzahl frühneuhochdeutscher Varianten (noch im 17. Jahrhundert waren Enenckel, Enickel, Enencklein, Encklein gebräuchlich) durch. »Enkel«, vereinzelt noch im 18. Jahrhundert als Neutrum verwendet, gilt zunächst für die Nachkommen beiderlei Geschlechts in der dritten Generation; daneben wird seit dem 17. Jahrhundert die Ableitung »Enkelin« üblich, die Adelung jedoch 1774 noch ablehnt.

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.