Bedeutung, Aussprache, Synonyme, Beispiele

der Elch

Substantiv, maskulin[ɛlç]ElchSeltenes Wort · Rang 15.991
Kurz erklärt

Elch (Substantiv) bedeutet: (Zoologie) (in der Tundra und den Sumpfwäldern des nördlichen Eurasiens und Nordamerikas beheimateter) größter heute noch vorkommender Vertreter (Alces alces) der Hirsche (Cervidae) mit kurzem wuchtigen, rotbraunem bis schwarzbraunem Rumpf, dazu relativ langen, grauweißen Läufen und einem Schaufelgeweih.

Bedeutung

  1. (Zoologie) (in der Tundra und den Sumpfwäldern des nördlichen Eurasiens und Nordamerikas beheimateter) größter heute noch vorkommender Vertreter (Alces alces) der Hirsche (Cervidae) mit kurzem wuchtigen, rotbraunem bis schwarzbraunem Rumpf, dazu relativ langen, grauweißen Läufen und einem Schaufelgeweih
  2. (ugs.) Ehemann, der betrogen wurde

Beispielsätze

  • „Noch im Frühmittelalter war der Elch über ganz Deutschland verbreitet. Mit dem Rückgang morastiger, weichholzreicher Wälder ist auch der Elch im 17. Jahrhundert in Deutschland fast ausgestorben. Neben dem Lebensraumverlust dezimierten Wilderei, Seuchen, und Hochwasser die Elchbestände. Durch Schutz- und Hegemaßnahmen wurden Bestände in Polen bis 1945 wieder aufgestockt und ausgesetzte Rudel lebten auch in Deutschland auf dem Darß und in der Schorfheide (Brandenburg). Durch die Kriegsereignisse bis 1945 wurde der deutsche Elchbestand gänzlich ausgerottet. Derzeit wandern einzelne Elche wieder aus Polen nach Deutschland ein.“
  • „Mit den Elchen ist das so eine Sache: Eigentlich ist es in Bayern zu warm, als dass sich die bis zu 500 Kilogramm schweren und mit 2,30 Meter Schulterhöhe riesigen Tiere hier wohlfühlen könnten. Außerdem ist der Freistaat zu dicht besiedelt, allein die vielen Autos hier würden den behäbigen Elchen schnell zum Verhängnis. Dennoch werden vor allem im Bayerischen Wald immer wieder einzelne Elche gesichtet.“
  • „Der in den vergangenen Wochen immer wieder in Nordhessen gesichtete Elch hat sich am Montag an die Autobahn bei Kassel gewagt.“
  • „Die Skandinavier bauen Gerste und Hafer an, doch sie fischen auch und gehen auf die Jagd - im Norden zählen etwa Elche und Rentiere zu ihrer Beute.“

Synonyme für Elch

Elen, Elentier, (va.) ElkGehörnter, scherzhaft: Hirsch

Alle Synonyme und Bedeutungsnuancen →

Deklination

Nominativ SingularElch
Nominativ PluralElche
Genitiv SingularElches
Genitiv Singular*Elchs
Genitiv PluralElche
Dativ SingularElch
Dativ PluralElchen
Akkusativ SingularElch
Akkusativ PluralElche

Wortfeld

Oberbegriffe

Lebewesen, Tier, SäugetierPaarhufer, Wiederkäuer, Geweihträger, Hirsch, Trughirsch, Elchwild

Unterbegriffe

Männchen: Elchbulle, Elchhirsch, Schaufler, Stangenelch, Stangler; SpießerWeibchen: Elchin, ElchkuhJunges: Elchkalbheute vorkommende und rezent extinkte Unterarten: Alaska-Elch (Alces alces gigas), Amur-Elch (Alces alces cameloides), Europäischer Elch (Alces alces alces), Jakutischer Elch (Alces alces pfizenmayeri), Kamtschatka-Elch (Alces alces buturlini), Kaukasus-Elch (Alces alces caucasicus) †, Ostkanadischer Elch (Alces alces americanus), Westkanadischer Elch (Alces alces andersoni), Yellowstone-Elch (Alces alces shirasi)

Redewendungen und typische Verbindungen

  • umgangssprachlich scherzhaft: ich glaub, mich küsst ein Elch, ich glaub, mich knutscht ein Elch, ich glaub, mich tritt ein Elch
  • ein gewaltiger Elch, ein riesiger Elch; ein Rudel Elche

Herkunft

Bei »Elch« handelt es sich um ein seit dem 8. Jahrhundert bezeugtes Erbwort aus den mittelhochdeutschen Formen ' beziehungsweise , die den althochdeutschen Formen , ' beziehungsweise ' entstammen und letztendlich aus der (nicht belegbaren, aber rekonstruierten) westgermanischen Form *elha- /ōn „Elch“ hervorgingen. Aus derselben Quelle entspringen ebenfalls altenglisch ' und mittelniederdeutsch '. Neben der westgermanischen Form steht im grammatischen Wechsel und Ablaut das (nicht belegbare, aber rekonstruierte) nordgermanische *algi- „Elch“, das zu altnordisch ' führte. In der antiken Überlieferung scheint dem Vokalismus nach zu schließen die nordgermanische Form als lateinisch ' und altgriechisch }} aufgenommen worden zu sein. Urverwandt ist das germanische Wort mit russisch ' „Elch“ (aus *olḱi-) sowie, mit Schwundstufe, mit altindisch „Antilopenbock“. Es handelt sich um ḱ-Erweiterungen einer (nicht belegbaren, aber rekonstruierten) indogermanischen Wurzel *el-, mit der hirschartige Tiere bezeichnet werden. Zu einer Erweiterung mit -n- gehören armenisch , altgriechisch }} „junger Hirsch“ sowie }} „Hirsch“ (mit altgriechisch ' aus indogermanisch ṇ), kymrisch ' „Hirschkuh“, litauisch ' und ' „Hirsch“, lettisch ' „Elentier“ sowie altslawisch ' „Hirsch“. Diese vom Norddeutschen in die Umgangssprache gelangte Bedeutungsübertragung ist, laut Küpper, seit 1900 bezeugt. Sie ziehlt darauf ab, dass dem betrogenen Ehemann Hörner aufgesetzt wurden. Somit ist er, bildlich gesprochen, nicht bloß ein Hirsch[4], sondern ein »Elch«, eben jene Hirschart mit riesigem Geweih; wobei hier die Größe der Elchschaufeln die oftmalige Untreue der Frau symbolisieren soll.

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Quellen: Bedeutungen, Lautschrift, Beispiele und Flexion nach Wiktionary (CC BY-SA 3.0, bearbeitet), Synonyme nach OpenThesaurus (LGPL), Häufigkeit nach wordfreq. Aussprache über die Sprachausgabe deines Geräts. Fehler melden über die Kontaktseite.