der Bulle
Bulle (Substantiv) bedeutet: (Zoologie) männliches Hausrind, das geschlechtsreif ist. Häufige Synonyme sind Polizist, Schrank, Kante.
Bedeutung als Substantiv (der)
- (Zoologie) männliches Hausrind, das geschlechtsreif ist
- (Zoologie) geschlechtsreifes Männchen verschiedener Arten des Großwilds, vor allem der Antilopen, Elche, Elefanten, Hirsche, Giraffen, Nashörner, Robben, Seekühe, Wale
- salopp, zumeist abwertend: Mann, der eine hervorstechend kräftige, jedoch plump und ungeschlacht wirkende Statur besitzt
- (Deutschland, Schweiz, ugs., oft, abw.) Beamter der Polizei, insbesondere der Kriminalpolizei
- (salopp, Soldatensprache) Person, die einen einträglichen, führenden Posten innehat
- (Jargon, im, Börsenwesen) Börsenspekulant, dessen Handeln, hinsichtlich der weiteren Marktentwicklung, durch die optimistische Annahme einer erwarteten Hausse gekennzeichnet ist
Beispielsätze
- Der Bulle stürmte schnaubend in die Arena.
- „Entstanden ist dieses Ritual im Mittelalter, als die Bullen für die Stierkämpfe vom Feld in die Stadt getrieben werden mussten, frühmorgens, wenn niemand auf der Straße war.“
- „Bei der Stierhatz von Pamplona ist am Mittwoch ein Amerikaner von einem Bullen auf die Hörner genommen worden.“
- „Die Verfügbarkeit geeigneter Tiere wird jedoch durch die industrielle Zucht erschwert; bei den Schwarzbunten Rindern (HF) stammen z.B. bereits ca. 80 % aller Bullen aus Embryotransfer.“
- „Der Echte Buntbock besitzt ein kräftiges, dunkelbraunes Fell, welches besonders bei ausgewachsenen Bullen einen purpurnen Glanz aufweist.“
- „Stosszähne kommen außerdem nicht bei allen asiatischen Bullen vor: Ihr Anteil variiert, je nach Region, von fünf Prozent aller Elefantenbullen auf Sri Lanka bis zu 90 Prozent in Südindien.“
Bedeutung als Substantiv (die)
- (Sphragistik) besonders im Mittelalter gebräuchliches, kreisrundes metallenes Siegel oder Siegelkapsel (zumeist aus Blei, Gold, Silber)
- mittelalterliche Urkunde, die ein oder mehrere metallene Siegel besitzt
- christliche Religion, katholische Kirche: mit einem an einer Schnur liegendem Bleisiegel versehener, auf Lateinisch abgefasster, weihevoller päpstlicher Erlass
Beispielsätze
- „Beide Platten sind durch ein stärkeres an zwei Zoll hohes Blech vom nämlichen Metall, oft auch wol nur stark vergoldet, so verbunden, daß die ganze Bulle einer Kapsel ähnlich stehet. Durch diese Einfassung läuft auch die Schnur, mit welcher die Bulle an die Urkunde befestigt ist.“
- „Zudem entspricht die Bulle, mit der Friedrich I. als König (I, Taf. 21, 3. 4) siegelte, im allgemeinen der Lothars III.“
- „Ich erinnere mich nicht mehr an den Rest der Bulle.“
- „Da verfährt halt die Hlg. Wissenschaft radikaler in schlichter Einfachheit ihrer Bulle, daß alles, was ihr nicht paßt, nicht existiert.“
- „Eine 334 Jahre alte Bulle von Papst Innozenz XI. (1611-1689) ist bei Umbauarbeiten im Diözesanarchiv Bautzen entdeckt worden.“
- „Im Proömium dieser Bulle der Einberufung werden das theologische Urbild der Prophezeiung des Johannes, der feste Glaube an Christi Gegenwart in seiner Kirche und der auf den Evangelien beruhende Optimismus des Papstes ausgedrückt […]. Die Bulle trägt die Rota, die eigenhändige Unterschrift des Papstes […] und die Unterschrift von 62 Kardinälen, darunter diejenige Kardinal Montinis, des Nachfolgers Papst Johannes’ (ff. 6r-9v).“
Synonyme für Bulle
Gegenteil
Deklination
| Nominativ Singular | Bulle |
|---|---|
| Nominativ Plural | Bullen |
| Genitiv Singular | Bullen |
| Genitiv Plural | Bullen |
| Dativ Singular | Bullen |
| Dativ Plural | Bullen |
| Akkusativ Singular | Bullen |
| Akkusativ Plural | Bullen |
Wortfeld
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Redewendungen und typische Verbindungen
- stark wie ein Bulle
- ein mächtiger Bulle, ein starker Bulle, ein wilder Bulle; der Bulle brüllt, der Bulle schnaubt, der Bulle stößt mit seinen Hörnern; einen Bullen füttern, einen Bullen mästen; dem Bullen einen Ring durch die Nase ziehen, den Bullen am Nasenring ziehen; eine Kuh von einem Bullen decken lassen, einem Bullen eine Kuh zuführen
- böser Bulle, guter Bulle; jemand wird von einem Bullen eingebuchtet/gefangen/geschnappt; die Bullen sind hinter jemandem her; Ärger mit den Bullen haben
Herkunft
seit dem 17. Jahrhundert bezeugt; ursprünglich ein niederdeutsches Wort: niederdeutsch bulle, neuniederländisch (dialektal) bol, bōl, bolle und andere sowie neuniederländisch ' aus den (nicht belegbaren, aber rekonstruierten) Kasusformen eines –Stammes *bulōn, *buln- „Stier“, in einfacher Form bezeugt in altnordisch ' „Stier, Stierkalb“, weitergebildet in altenglisch ' „Stierkalb“; das Wort ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Ausdruck für einen Teilbegriff (Pars pro Toto), der ursprünglich das Zeugungsglied bezeichnet; vergleiche hierzu die (nicht belegbare, aber rekonstruierte) voreinzelsprachliche Wurzel *bʰl̩ə-, die sich in griechisch }} (neben }}), altirisch ' „Glied, Geschlechtsglied“, im Germanischen mit Ablaut in altenglisch ' „Hoden“ sowie hessisch bille „Penis“ befindet; falls die Bedeutung »Zeugungsglied« ursprünglich ist, kann an die voreinzelsprachliche Wurzel die (ebenfalls nicht belegbare, aber rekonstruierte) indogermanische Wurzel *bʰel- angeschlossen werden, die aufgeblasene oder aufgeschwollene Gegenstände bezeichnet (vergleiche hierzu »Ball«); die allgemeine Bedeutung »Glied« in dem altirischen Wort ist dieser Annahme aber nicht günstig es gibt verschiedene Erklärungsversuche
Aussprache üben
Hör dir das Wort an, sprich es nach und lass den Browser prüfen, ob es erkannt wird. Die Spracherkennung läuft lokal auf deinem Gerät, es wird nichts hochgeladen.
Reime auf Bulle
Wie häufig ist „Bulle“?
Rang 8.514 von 29.873 Wörtern im Korpus, Zipf-Wert 3,61. Ein eher seltenes Wort, das in Fachtexten, Literatur oder gehobener Sprache vorkommt. Teste, wie groß dein eigener Wortschatz ist.